Mo, 18. Dezember 2017

Eltern entschädigt

17.09.2013 09:55

Fehlverhalten bei Tsunami: Kindergarten verurteilt

Ein japanisches Gericht hat einen Kindergarten für den Tod von fünf Menschen durch den Tsunami im März 2011 verantwortlich gemacht. Die Einrichtung und ihr früherer Leiter müssen an die Familien der Opfer umgerechnet 1,3 Millionen Euro zahlen, wie ein Gericht in der Stadt Sendai am Dienstag entschied.

Die Mitarbeiter hatten die Kinder kurz nach dem gewaltigen Erdbeben mit einem Bus nach Hause geschickt. Die Route führte von der Einrichtung, die auf einem Hügel in der Stadt Ishinomaki liegt, in Richtung Meer. Fünf Kinder und eine Frau kamen ums Leben, als eine riesige Welle den Bus erfasste. Die Familien von vier der getöteten Kinder hatten den Kindergarten geklagt.

"Fürsorgepflicht vernachlässigt"
Das Gericht warf den Beschuldigten vor, nach dem dreiminütigen Erdbeben, das dem Tsunami vorausging, ihre Fürsorgepflicht vernachlässigt zu haben. "Der Kindergarten hat es versäumt Informationen einzuholen und den Bus in Richtung Meer geschickt, wodurch die Kinder ums Leben gekommen sind", begründete der Vorsitzende Richter Norio Saiki das Urteil. Den Einwand des Kindergartens, dass ein solches Unglück nicht vorhersehbar sei, ließ das Gericht nicht gelten. Medienberichten zufolge wurde damit erstmals ein Unternehmen oder eine Einrichtung in Japan wegen des Todes von Menschen durch den Tsunami vor Gericht zur Verantwortung gezogen.

Mehr als 18.000 Todesopfer
Ein Erdbeben der Stärke 9,0 hatte am 11. März 2011 den Nordosten des Landes erschüttert und einen bis zu 20 Meter hohen Tsunami ausgelöst. Über 18.000 Menschen kamen ums Leben, Zehntausende Japaner verloren ihr Zuhause.

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