Sa, 16. Dezember 2017

Täter erschossen

17.09.2013 07:51

Blutbad auf US-Marinebasis fordert 13 Todesopfer

Bei einem Blutbad in einem Kommandozentrum der US-Marine in der Hauptstadt Washington sind am Montag 13 Menschen ums Leben gekommen - darunter auch der Schütze, ein früherer Militärangehöriger. Vermutlich zwölf weitere Personen seien verletzt worden, sagte Bürgermeister Vincent Gray und nannte den Vorfall eine "schreckliche Tragödie". US-Präsident Barack Obama sprach den Angehörigen sein Beileid aus, ließ die Flaggen auf halbmast setzen und forderte eine nahtlose Aufklärung.

Unter den Toten ist auch der Schütze, den die Polizei als einen 34 Jahre alten Mann aus dem Bundesstaat Texas identifiziert hat (siehe Video in der Infobox). Er starb bei einem Schusswechsel mit den Einsatzkräften. Das FBI veröffentlichte Fotos des Mannes im Internet. Über die Hintergründe der Tat herrsche weiter Unklarheit, sagte Gray. Bisher gebe es allerdings keine Hinweise auf einen terroristischen Akt.

Ex-Marinereservist und Computerexperte
Bis zum Jänner 2011 war der 34-Jährige aktiver Reservist der US-Marine, wie ein Pentagon-Sprecher erklärte. Nach Angaben von Marinestaatssekretär Ray Mabus arbeitete der Mann in der Vergangenheit als privater Auftragnehmer für die Marine, und zwar im IT-Bereich. Der Computerkonzern HP bestätigte später, dass der Mann für den HP-Subunternehmer "The Experts" tätig gewesen sei. Er war mit Arbeiten am internen Computernetzwerk der Marine betraut und habe die dafür erforderliche "geheime" Sicherheitsüberprüfung des US-Militärs durchlaufen, sagte "The Experts"-Chef Thomas Hoshko.

US-Medien hatten zunächst berichtet, dass sich der 34-Jährige mit dem Ausweis eines Ex-Mitarbeiters Zugang zu dem schwer bewachten Gebäude 197 verschafft habe, wo er das Blutbad am Montag anrichtete. Er habe ein Sturmgewehr, eine Shotgun und eine Handfeuerwaffe mit sich geführt.

Mann war schon länger polizeibekannt
Schon vor der blutigen Tat war der Schütze polizeibekannt. Im September 2010 soll er durch die Decke seiner Wohnung geschossen haben und dabei fast seine Nachbarin getroffen haben, berichtete der Sender NBC. Bereits 2004 hatte er wutentbrannt die Reifen eines geparkten Autos zerschossen, was der Schütze später als "Blackout" beschrieb. Nach Angaben seines Vaters hatte er Probleme damit, seine Wutausbrüche unter Kontrolle zu bringen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 soll er aktiv bei den Rettungsmaßnahmen mitgeholfen haben und an einer posttraumatischen Belastungsstörung gelitten haben.

Gegend weiträumig abgesperrt
Die Schießerei ereignete sich am Vormittag im Gebäude 197 auf dem Marine-Areal. In dem Kommandokomplex arbeiten rund 3.000 Menschen. Der sogenannte Navy Yard ist eine mehr als zwei Jahrhunderte alte Küstenanlage der Marine am Anacostia River, die heute verschiedene Kommando- und Verwaltungsstellen beherbergt. Darunter sind auch das Büro des Admiralstabschefs der Navy und ein Militärgericht.

Die Gegend, in der sich auch viele Wohnhäuser, Geschäfte und ein Baseballstadion befinden, wurde über Stunden weiträumig abgesperrt. Der Flughafen der Stadt setzte den Flugverkehr vorübergehend aus. Helikopter kreisten über dem Gelände. Der Senat sagte seine Nachmittagssitzungen ab. Auch ein Profi-Baseballspiel im benachbarten Stadion wurde verschoben.

In den USA weckte der Fall Erinnerungen an den Amoklauf auf dem US-Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Dort erschoss im November 2009 der muslimische US-Militärpsychiater Nidal Hasan 13 Menschen, Dutzende weitere Personen wurden verletzt. Der 43-Jährige wurde dafür im vergangenen Monat von einer Militärjury zum Tode verurteilt.

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