Do, 14. Dezember 2017

Zehnter Jahrestag

13.09.2013 12:24

Section Control: Zahl der Unfälle nahezu halbiert

Am 13. September 2003 ist im Wiener Kaisermühlentunnel die erste Section-Control-Anlage Österreichs in Betrieb gegangen. Der zehnte Jahrestag war für den Betreiber Asfinag am Freitag Anlass, Bilanz zu ziehen: So ging die Zahl der Unfälle mit Personenschaden bei den vier fixen Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung deutlich zurück. Im Tunnel auf der Donauuferautobahn (A22) wurden etwa 50 Prozent weniger derartige Unfälle registriert, berichtete die Autobahnholding.

"Die gesunkenen Anzeigen wegen Geschwindigkeitsübertretung beweisen ebenfalls die präventive Wirkung", betonte Geschäftsführer Josef Fiala. So gab es 2003 im Kaisermühlentunnel noch 43.000 Anzeigen wegen erhöhter Geschwindigkeit, 2012 waren es nur noch 23.000, berichtete Fiala. Dabei hat sich das Fahrzeugaufkommen in diesem Zeitraum um vier Millionen, und damit auf 34 Millionen Fahrzeuge jährlich erhöht.

Unfallzahlen um etwa 50 Prozent gesunken
Die positive Wirkung gelte für alle vier Section-Control-Streckenabschnitte, die in Summe etwas mehr als 20 Kilometer ausmachen. Dort seien die Unfallzahlen im Schnitt um etwa 50 Prozent gesunken, nachdem die Anlagen die durchschnittliche Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer zu messen begonnen haben.

Neben dem Kaisermühlentunnel wird das System in der fixen Version ebenso auf der Südautobahn zwischen Krumbach und Grimmenstein bzw. im Ehrentalerbergtunnel und im Plabutschtunnel der Pyhrnautobahn (A9) eingesetzt. In diesem Jahr soll die fixe Section Control, deren Anschaffungskosten laut Asfinag rund eine Million betragen, zudem im Tunnel Bindermichel auf der Mühlkreisautobahn (A7) installiert werden.

Asfinag: "Totalüberwachung wird es nicht geben"
Von den zwei mobilen, zwischen 300.000 bis 400.000 Euro teuren Systemen, die von der Autobahnholding bei Baustellen betrieben werden, ist derzeit eines in der neuen Röhre des Bosrucktunnels auf der A9 im Einsatz. Das zweite Mobilsystem wird bei der Sanierung der Tunnelkette Klagenfurt ab Herbst verwendet werden.

Trotz der deutlichen Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit wird Section Control vor allem da eingesetzt, "wo die Unfallzahlen spürbar aus der Norm sind", betonte Asfinag-Vorstand Alois Schedl. Von einer Totalüberwachung hält er nichts: "Eine vollständige, netzübergreifende Kontrolle wie es etwa in Italien üblich ist, wird es für Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen nicht geben." Stattdessen setze man auf die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer und werde diese mit Investitionen in die Bewusstseinsbildung stärken, so Schedl.

Funktion der Section Control
So funktioniert die Technik im Detail: An zwei Kontrollpunkten - am Beginn und am Ende des Section-Control-Streckenabschnitts - wird die Fahrzeuggeschwindigkeit gemessen. Mittels Zeitnehmung wird dann die Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet.

Die Section Control kann zwischen einspurigen Fahrzeugen, Pkws, Lkws und Bussen unterscheiden und die einzelnen Fahrzeugklassen nach ihren jeweiligen aktuellen Tempolimits beurteilen. Bei Überschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit werden Kennzeichen und Tempodaten gespeichert und den Behörden übermittelt.

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