Mo, 20. November 2017

20 Terabyte machbar

13.09.2013 12:56

SMR: Seagate läutet Revolution bei Festplatten ein

Der Festplattenhersteller Seagate hat eine neue Festplattentechnologie entwickelt, mit der bis zu 20 Terabyte große Festplatten möglich sein sollen. Schon nächstes Jahr sollen erste auf der neuen Bauart basierende Festplatten mit fünf Terabyte ausgeliefert werden, in den kommenden Jahren soll die Kapazität dann sukzessive weiter steigen. Seagate überwindet damit endlich das Vier-Terabyte-Limit, an dem die Festplattenentwicklung derzeit Halt macht.

Das Problem aktueller Festplatten ist, dass weder die Schreibleseköpfe der sensiblen Geräte noch die einzelnen Spuren auf den Magnetplatten noch weiter verkleinert werden können. Man arbeite bereits am Limit des physikalisch machbaren, heißt es vonseiten Seagates.

Jetzt ist den Forschern des Festplattenkonzerns aber offenbar endlich der Durchbruch gelungen: Eine neue Festplattentechnologie namens Shingled Magnetic Recording (SMR) soll die Festplattenkapazität wieder wachsen lassen.

Überlappende Magnetspuren für mehr Speicherplatz
Der Trick bei SMR-Festplatten: Die winzig kleinen Bahnen, die auf den einzelnen Magnetscheiben einer Festplatte zur Datenspeicherung verwendet werden, liegen nicht mehr nebeneinander, sondern überlappen sich. Das kann man sich ähnlich wie bei einem Dach vorstellen, bei dem die einzelnen Schindeln einander überlappen, erklärt Seagate.

Durch exakte Positionierung kann ein normaler Schreiblesekopf so bei gleicher Größe mehr Daten auf die Platte speichern – und zwar, ohne die Datenintegrität zu gefährden. Ein Problem gibt es dann aber doch noch: Weil der Schreiblesekopf größer als die Spur ist, auf die er schreibt, kann er beim Schreibvorgang die Daten auf den Nachbarspuren beschädigen.

Überlappung wird immer wieder unterbrochen
Die Lösung: Bei einem Schreibvorgang wird zunächst festgestellt, was auf den Nachbarbahnen gespeichert ist, anschließend werden diese zusätzlich zu den neu hinzugekommenen Daten erneut beschrieben. Das müsste grundsätzlich bis ans Ende der Festplatte gemacht werden, hätten die Seagate-Forscher die überlappenden Bahnen nicht immer wieder unterbrochen.

So besteht eine SMR-Festplatte im Grunde aus einer Menge immer wieder unterbrochener, sich überlappender Speicherbahnen, auf die der Schreiblesekopf die Daten aufbringt. Durch die Unterbrechungen hält sich die Zahl der bei einem Schreibvorgang neu zu beschreibenden Festplattensektoren in Grenzen.

Mehr Kapazität – gerade rechtzeitig für 4K-Inhalte
Seagate hat die SMR-Technologie eigenen Angaben zufolge bereits so weit perfektioniert, dass schon 2014 erste Fünf-Terabyte-Festplatten ausgeliefert werden können. In den Jahren danach soll die Kapazität weiter steigen, künftig sollen auch 20 Terabyte im Bereich des Möglichen sein. Das sind 20.000 Gigabyte – der Inhalt von über 2.200 DVDs oder 400 Blu-ray-Discs auf einer einzelnen Festplatte.

Der Durchbruch bei der Speichertechnologie ist nötig. Während die Preise für 4K-Fernseher und ultrahochauflösende Monitore bereits sinken (siehe Infobox), stellt sich immer noch die Frage, wo die extrem großen Datenmengen, die 4K-Videos mit sich bringen, gespeichert werden sollen. Extragroße Festplatten zu erschwinglichen Preisen wären eine Möglichkeit.

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