Do, 14. Dezember 2017

Wahlkampf in D

12.09.2013 19:46

Merkels Herausforderer provoziert mit Mittelfinger

Was darf sich ein Kanzlerkandidat im Wahlkampf leisten? Mit einem ungewöhnlichen Foto hat jetzt der Herausforderer der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Peer Steinbrück, eine hitzige Diskussion über angemessenen Stil ausgelöst. Die Aufnahme, enstanden für ein Interview mit dem "Süddeutsche Zeitung Magazin", zeigt den SPD-Politiker mit ausgestrecktem Mittelfinger.

Die ungewöhnliche Geste erscheint am Freitag auf dem Titelbild des Magazins der "Süddeutschen Zeitung". Der SPD-Kanzlerkandidat sollte in einem Interview mit dem Magazin - in der Serie "Sagen Sie jetzt nichts..." dürfen Prominente und Politiker auf Fragen nur mit Gesten reagieren - ohne Worte auf die Frage antworten: "Pannen-Peer, Problem-Peer, Peerlusconi - um nette Spitznamen müssen Sie sich keine Sorgen machen, oder?" Steinbrück zeigte daraufhin den Finger.

Steinbrück gab Foto selbst frei
"Riskantes Kalkül oder nur ein weiteres, vielleicht entscheidendes Fettnäpfchen kurz vor der Bundestagswahl?", fragte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" daraufhin. "Eine ironische Geste - ob die Deutschen das verstehen?", zweifelte auch die "Welt" an einem Nutzen der ungewöhnlichen Wahlkampf-Aktion für Steinbrück. Der Chefredakteur des SZ-Magazins, Michael Ebert, sagte zur Nachrichtenagentur Reuters: "Peer Steinbrück hat das Motiv wie jedes andere, das im Magazin abgedruckt ist, freigegeben."

Laut Angaben der "Süddeutschen Zeitung" habe Steinbrücks Sprecher Rolf Kleine, der früher Journalist bei der "Bild"-Zeitung war, den Abdruck des Fotos nach dem Interview jedoch noch verhindern wollen. Steinbrück habe "etwas zu spontan" auf die Frage reagiert, wird Kleine in der Online-Ausgabe der Zeitung zitiert. Steinbrück selbst habe das Foto dann aber mit den Worten freigegeben: "Nein, das ist okay so." Gegenüber "Spiegel Online" sagte Kleine allerdings, er sehe mit dem Foto keine Probleme. "Warum sollte ich eine Schwierigkeit sehen?"

"Kann wohl nicht Stil eines Bundeskanzlers sein"
Wie nicht anders zu erwarten, muss Steinbrück seit Bekanntwerden des Fotos für seine Geste teils heftige Kritik von der politischen Konkurrenz einstecken. "Die Geste verbietet sich als Kanzlerkandidat", schoss sich etwa Philipp Rösler, Chef von Kanzlerin Merkels Koalitionspartner FDP, auf den Sozialdemokraten ein. "Das kann doch wohl nicht der Stil eines Bundeskanzlers sein", kritisierte auch FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr die Aufnahme.

"Steinbrück beendet seinen Wahlkampf, wie er ihn begonnen hat: katastrophal, eines Kandidaten nicht würdig. Die Leute ordnen ja nicht ein: Sie sehen diese Geste und verschaffen sich so einen Eindruck", kann auch der Kommunikationsexperte Dirk Metz gegenüber der "Welt" dem Finger-Foto nichts abgewinnen.

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