So, 17. Dezember 2017

Kurzrundgang

12.09.2013 08:44

Das Wichtigste der IAA in vier Stunden

Wer wenig Zeit hat oder Geld sparen will, wählt für seinen IAA-Besuch das ab 15 Uhr gültige Nachmittagsticket. Für acht Euro hat man dann vier Stunden Zeit, zumindest die Höhepunkte abzulaufen. Wir haben eine Tour ausgearbeitet.

Die IAA ist nicht nur die größte Automesse der Welt, sondern auch die weitläufigste. Wo sich die Neuheiten-Schau in Genf, Tokio oder Detroit auf drei oder vier Hallen verteilt, sind es in Frankfurt deren zehn. Plus Außengelände. Plus Verpflegungs- und Aktions-Hallen. Ohne Plan ist man da verloren, vor allem bei knappem Zeit-Budget.

Die Vierstunden-Tour startet man idealerweise am westlichen Ende der Messe, am Eingang Portalhaus. Prinzipiell kann sie natürlich auch andersherum angegangen werden, allerdings befinden sich die besten Rast- und Pausenplätze am östlichen Ende. Ungünstig, wenn man dort - noch frisch - anfängt. Außerdem beginnt man im Westen direkt an Halle 11, wo sich auf dem BMW-Stand eines der Messe-Highlights findet: der Elektro-Kleinwagen i3, dem zugetraut wird, ein wichtiger Baustein beim Durchbruch der E-Mobilität zu werden. Der i3 kommt im November auf den Markt. Sein sportlicher, schicker Bruder i8 ist auch in seiner Serienversion zu sehen. Erstaunlich, dass ein Auto mit so ausgefallenem Design tatsächlich gebaut wird – Start im Frühjahr. Der Hybrid-Sportler bietet die ganz große Design-Show, inklusive Flügeltüren.

Nebenan in Halle 9 sollte man einen Blick auf den neuen Mazda3 werfen, der klassisch wie auch als Limousine mit schnittigem Design und sportlichem Auftritt glänzt.

Mit Flügeltüren – allerdings überdimensionierten - kann in der benachbarten Halle 8 auch wohl eine der interessantesten Messe-Studien, das Opel Monza Concept, aufwarten. Der aggressiv gestaltete Zweitürer steht für das neue erwachte Selbstbewusstsein der Rüsselsheimer und gibt die Designlinie künftiger Modelle vor. Wo wir schon in Halle 8 und bei Studien sind: Lohnend ist auch der Besuch des Lexus-Standes, wo die Japaner ihre Vision eines Kompakt-SUV zeigen – mit ungewöhnlicher, zerklüfteter Karosserie im Stil eines Stealth-Bombers. Wer vor dem Kauf eines neuen Kompakt-Klasse-Modells steht, sollte auch einen Schlenker zu Peugeot nicht auslassen, wo die neue Generation des 308 Premiere feiert –ein Franzose mit Chancen, die Phalanx von Golf, Focus und Astra zu durchdringen.

Wieder an der frischen Luft, geht es in Richtung S-Bahn-Unterführung. Dahinter biegt man direkt ab in Halle sechs – traditionell die engste und stickigste auf dem IAA-Gelände – aber dank Dauermieter Ferrari auch eine der heißesten. Bei der Sportwagenschmiede aus Maranello steht eine Sonderedition des 458 Italia mit aktiver Dynamik und 605 PS.

Das Vorprogramm ist damit abgeschlossen. Wenn man wieder ins Freie tritt, befindet man sich bereits so gut wie auf dem zentralen Platz, um den sich vor allem die Marken des VW- und des Daimler-Konzerns tummeln. Kompakt und mit kurzen Wegen. Zentral in der Mitte platziert, mit eigens entworfener Halle auf der Agora, findet sich Audi. Die Halle ist schon wegen ihres Innendesigns sehenswert. Mit dem Sport Quattro wollen die Ingolstädter den Geist der gleichnamigen Rallye-Legende aufleben lassen, außerdem zeigen sie die Studie Nanuk, die aus dem Giugiaro Parcour hervorgegangen ist. Beide geben vor allem Designausblicke auf die Zukunft.

Wir bleiben beim VW-Konzern. Die Hauptmarke und ihre Ableger sammeln sich in Halle 3.0, wobei die "0" für Erdgeschoss steht. Im westlichen Bereich regiert die Vernunft: hier lassen sich der optisch dynamisierte Golf-Plus-Nachfolger Golf Sportsvan, der preiswerte Golf-Konkurrent Skoda Rapid Spaceback und das Golf-Variant-Pendant Seat Leon ST beurteilen. Zu den Messehöhepunkten zählt auch die Elektro-Version des Golf – an Schauwerten hat sie allerdings bis auf den fehlenden Auspuff wenig zu bieten. Große Augen bekommt man da schon eher bei Porsche, wo der neue Hybrid-Supersportwagen 918 Premiere feiert – kein Kandidat für ein Treffen im öffentlichen Straßenverkehr. Also dringend besuchen! Wenn man schon mal in der Gegend ist, bietet sich auch die Umrundung der kleinen aber feinen Stände von Bugatti, Bentley und Lamborghini an.

Zum Schluss geht es in die benachbarte "Festhalle" (die Benennung der einzelnen Hallen ist in der Tat etwas uneinheitlich), wo Daimler traditionell groß auffährt und das edle Ambiente für einen extrem aufwendigen Stand nutzt – hier werden nicht nur Autofans, sondern auch Innenarchitekten glücklich. Beachtenswert ist darüber hinaus vor allem das neue Kompakt-SUV Mercedes GLA, das mit der von der A-Klasse bekannten dezidiert sportlichen Optik im Revier von Audi Q3 und BMW X1 wildern soll. Wer im Luxus schwelgen möchte, hat in der S-Klasse-Abteilung Gelegenheit, wo neben der gerade gestarteten neuen Generation der Luxuslimousine auch das noch edlere Coupé präsentiert wird.

Letzter Stopp ist in Halle 5. Volvo zeigt dort die Studie Coupé Concept, die das Design der kommenden Modelle der Schweden vorwegnimmt – und wirklich gut aussieht. Einige Meter weiter wirbt Jaguar mit einer SUV-Studie um Aufmerksamkeit. Das erste entsprechende Fahrzeug der Marke könnte in ähnlicher Form zur nächsten IAA-Ausgabe auf die Straße rollen. Wer noch Zeit und Lust hat, absolviert noch die wenigen Meter zum Aston-Martin-Stand. Viel Neues gibt es da zwar nicht – doch die Autos sind einfach schön. Und selten.

Zahlreiche Hersteller und einige Hallen fehlen in diesem Rundgang aus Zeitgründen komplett. Wer sich für die entsprechenden Marken interessiert, hat aber durchaus ein paar Minuten Zeit für einen Schlenker.

Eintrittspreise
Die Messe ist am 12./13. September für Fachbesucher (45 Euro pro Tag) und dann bis 22. September für alle geöffnet, täglich von 9.00 bis 19.00 Uhr. Ein Tagesticket kostet am Wochenende 15, wochentags 13 Euro. Das Vier-Stunden-Ticket ab 15 Uhr ist von 16. bis 20. September erhältlich und kostet 8 Euro.

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