Fr, 15. Dezember 2017

WHO-Studie zeigt:

11.09.2013 14:52

Jedes zweite online gekaufte Medikament gefälscht

Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO ist jedes zweite im Internet gekaufte Medikament gefälscht. Und das habe fatale Folgen, warnten am Mittwoch Experten in Berlin: "Konsumenten haben keine Ahnung, dass die bestellten Waren hohe gesundheitliche Risiken zur Folge haben und nur einem helfen, nämlich dem Fälscher", hieß es.

Die Fälscherbanden schreckten vor nichts zurück, warnte die WHO. Die imitierten Arzneimittel könnten keinen, zu viel oder den falschen Wirkstoff enthalten. Hergestellt würden die Medikamente in Hinterhöfen oder Garagen unter unhygienischen Bedingungen, die Inhaltsstoffe seien dadurch bedenklich und auch giftig.

In einem Bericht des österreichischen Finanzministeriums über Produktpiraterie aus dem Jahr 2012 wird etwa ein Aufgriff des Wiener Zollamtes geschildert, bei dem Tabletten im Blister bereits massiv von Schimmel befallen waren. "Selbst das hat die kriminellen Drogenbosse nicht davon abgehalten, diesen Ramsch über das Internet zu verkaufen", heißt es in dem Bericht.

Fälschung nur schwer von Original zu unterscheiden
Verbraucher könnten die Fälschungen nur schwer von den Originalmedikamenten unterscheiden. Auch Pharmaexperten stießen oft an ihre Grenzen, schilderte Martin Schulz, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, und verwies dabei auf einen gefälschten Magenschutz, ein gefälschtes Potenzmittel und eine gefälschte Anti-Baby-Pille, die allesamt auf legalem Wege in Apotheken, aber glücklicherweise nicht in den Verkauf gelangt waren.

Zehnmal lukrativer als Drogen
Laut Peter Keller vom deutschen Zollkriminalamt sind gefälschte Arzneimittel zehnmal lukrativer als Drogen. Während die Beschaffungskosten von Heroin pro Kilogramm zwischen 1.000 und 2.000 Euro betragen würden und der Erlös bei 25.000 bis 30.000 Euro pro Kilogramm liege, ließe sich die gleiche Menge an Medikamenten für lediglich 40 bis 50 Euro herstellen. Die Hersteller könnten jedoch mit einem Erlös von 8.000 bis 23.500 Euro pro Kilogramm rechnen.

Ein weiterer Vorteil neben den hohen Gewinnen: Ausfindig gemacht werden können die Kriminellen nur schwer. Durch den geschützten Internethandel könnten die Fälscher rasch ihre Identität wechseln, die Lieferung erfolge durch Post- und Kurierdienste, schilderte Keller.

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