Di, 12. Dezember 2017

Kreist im Erdorbit

11.09.2013 14:09

Teleskop NuSTAR findet 10 riesige Schwarze Löcher

Das im Vorjahr gestartete Röntgenteleskop NuSTAR hat in den vergangenen Monaten zehn sogenannte supermassereiche Schwarze Löcher entdeckt, berichtet die US-Weltraumbehörde NASA. Die Astronomen hoffen, mit dem Observatorium in Zukunft noch zahlreiche weitere Funde dieser Art machen zu können.

Die zehn Schwarzen Löcher sind laut Angaben der NASA zwischen 0,3 und 11,4 Milliarden Lichtjahr von der Erde entfernt und liegen jeweils im Zentrum ihrer Galaxien. "Der Fund der Schwarzen Löcher war ein Glücksfall", erläutert David Alexander vom NuSTAR-Team an der Abteilung für Physik der Universität im britischen Durham. "Wir haben uns bekannte Quellen beobachtet und die Schwarzen Löcher (siehe Pfeil) dabei im Bildhintergrund entdeckt."

Röntgenblick auf Schwarze Löcher
Das 350 Kilogramm schwere NuSTAR (Nuclear Spectroscopic Telescope Array) ist empfindlich für sogenannte harte Röntgenstrahlung, wie sie auch in der Medizin genutzt wird. Diese Art von Strahlung entsteht im Kosmos bei verschiedenen energiereichen Prozessen und auch Schwarze Löcher machen sich durch sie bemerkbar. Der Grund: Wenn sie Materie verschlucken, wird diese extrem beschleunigt, heizt sich dabei auf Millionen Grad auf und erstrahlt auf ihrem letzten Weg in den Schlund des Schwarzen Lochs im Röntgenlicht.

Vom Erdboden aus bleiben diese Phänomene unsichtbar, weil die Erdatmosphäre das energiereiche Röntgenlicht verschluckt. Unsere Lufthülle ist nur in einem schmalen Ausschnitt des elektromagnetischen Spektrums durchsichtig. Daher müssen Röntgenteleskope in einem Orbit oberhalb der Erdatmosphäre stationiert werden.

133 konische Spezialspiegel auf Teleskop-Arm
Die hochenergetische Röntgenstrahlung dringt in die meisten Materialien ein und lässt sich nur schwer ablenken. Am besten geht das, wenn sie in flachem Winkel eine reflektierende Oberfläche streift. Dazu dienen bei NuSTAR 133 fingernageldünne, konische Spezialspiegel, die wie russische Babuschka-Puppen ineinander verschachtelt sind.

Die vorsichtige, streifende Ablenkung der Röntgenstrahlen erfordert allerdings einen großen Abstand zwischen der Spezialoptik und der Kamera. Die verschachtelten Spiegel sind daher an einem fast zehn Meter langen Teleskop-Arm (Bild 2) montiert, den NuSTAR erst nach rund einer Woche im Erdorbit entfaltet hat.

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