Do, 23. November 2017

Kabelloser Strom

11.09.2013 11:20

Neue Technologie soll Aufladen revolutionieren

Es klingt nach Science-Fiction und soll doch schon 2015 Wirklichkeit werden: Das US-Unternehmen Ossia hat mit "Cota" einen neue Technologie zur kabellosen Übertragung von Strom vorgestellt. Anders als bei bisherigen vergleichbaren Lösungen, soll dies auch über mehrere Meter hinweg und selbst durch Wände hindurch möglich sein, wie Cota-Erfinder Hatem Zeine auf einer Veranstaltung des Branchenportals "TechCrunch" in San Francisco erklärte.

Praktisch im Verborgenen habe Zeine während der letzten zehn Jahre an seiner Technologie gearbeitet, schreibt "Techcrunch". Ohne großes Aufsehen zu erregen, sei es dem Physiker, der sich schon während seines Studiums für elektromagnetische Wellen begeisterte, sogar gelungen, über drei Millionen Dollar von Investoren zusammenzutragen. 2008 gründete Zeine schließlich sein Unternehmen Ossia, um seine bereits im Jahr zuvor zum Patent angemeldete Technologie voranzutreiben.

Dass diese prinzipiell funktioniert, demonstrierte er jetzt auf einer Veranstaltung des Branchenportals: Über eine Entfernung von rund drei Metern hinweg lud Zeine sein Smartphone mit einem Ladestrom von einem Ampere kabellos auf und erreichte dabei dem Bericht nach einen Wirkungsgrad von etwa zehn Prozent.

Bewusstes Aufladen soll der Vergangenheit angehören
Doch Zeine geht es auch nicht darum, Geräte möglichst schnell aufzuladen, sondern den Prozess des Aufladens an sich zu verändern. Seine Vision: eine Zukunft, in der Geräte gar nicht mehr an die Steckdose müssen und stattdessen konstant "aus der Luft" mit Strom versorgt werden – sei es zu Hause, im Büro oder an öffentlichen Plätzen. Geräte müssten dann nicht mehr bewusst geladen werden und könnten zudem deutlich kleiner ausfallen, da die Notwendigkeit, große Akkus zu verbauen, entfiele.

Erste Sender ab 2015
Bereits 2015 möchte Ossia erste Sender zur kabellosen Stromübertragung auf den Markt bringen. Die Geräte sollen die Größe eines Stand-PCs haben und wohl etwas mehr als 100 Dollar kosten. Übertragen werde der Strom über dieselben Frequenzbereiche, die auch gängige WLAN- und Bluetooth-Hardware nutze, erläuterte der Physiker. Wie bei diesen Funktechnologien sei es auch mit Cota möglich, die Energie um Ecken oder sogar durch Wände hindurch zu leiten. Zeine spricht von Entfernungen von bis zu zehn Metern, über die sich der Strom künftig kabellos übertragen lassen soll.

Sicherheits- und Gesundheitsbedenken
Die erwartungsgemäß hohen Bedenken bezüglich Sicherheit und einer möglichen Gesundheitsgefährdung zerstreut Zeine. Die Risiken und Belastungen seien nicht größer als bei aktuellen WLAN- und Bluetooth-Lösungen. Ob diese tatsächlich ungefährlich sind, darüber streiten Mediziner bekanntlich allerdings noch. Eine Zertifizierung durch die US-Rundfunkregulierungsbehörde FCC stehe jedenfalls kurz bevor.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden