Di, 12. Dezember 2017

IAA 2013

23.09.2013 10:57

Das waren die Highlights der IAA in Frankfurt

Mit einem Besucherrückgang ist am Sonntag die 65. Internationale Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt zu Ende gegangen. Der veranstaltende Verband der Automobilindustrie (VDA) zählte rund 900.000 Besucher. Bei der Vorgängerveranstaltung im Jahr 2011 kamen 928.000 Menschen auf das Frankfurter Messegelände.

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In den Chefetagen der Automobilhersteller scheint noch niemand recht zu wissen, wie es mit dem deutschen und europäischen Automarkt weitergeht. Ist die Talsohle durchschritten oder droht aus Zypern, Griechenland und Co. neues Ungemach? Im Messeprogramm der diesjährigen IAA spiegelt sich diese Unsicherheit durchaus wider: Die Hersteller vermeiden größtenteils Experimente und gehen auf Nummer sicher. Mit einer prominenten Ausnahme allerdings.

BMW traut sich was und geht mit dem Elektroauto i3 volles Risiko. Milliarden haben die Münchner in neue Materialien und Fertigungstechniken investiert, um die Mauer aus Vorbehalten gegen die emissionsfreie Antriebstechnik einzureißen. Vor allem auf den Leichtbauansatz mit Karbon, Aluminium und Magnesium ist man stolz. Der 125 kW/170 PS starke und in Österreich 35.700 Euro teure Viersitzer könnte so die Speerspitze eines E-Auto-Booms bilden – oder bei einem Flop das prominenteste Opfer der neuen Technik werden.

Einander beflügeln statt beflegeln
Doch so weit wird es wohl nicht kommen – zumindest wenn man Volkswagen Glauben schenkt. Die Wolfsburger gehen bei ihrer Elektro-Offensive zwar relativ konservativ und technisch konventionell vor, könnten mit den Strom-Varianten von Golf und Up aber für Vertrauen bei der potentiellen Kundschaft sorgen. Denn auch bei der Elektromobilität agieren die Wolfsburger nach dem inoffiziellen Firmenmotto: abwarten, bei Erfolg aufspringen und dann richtig abräumen. Ein technisch unausgereiftes Fahrzeug traut dem Konzern nun wirklich keiner zu. Letztlich könnten sich der riskante und der konservative Ansatz von BMW und VW also gegenseitig beflügeln.

Hauptsache, man weiß, was die Kunden wollen
Auch die anderen wichtigen IAA-Premieren überzeugen weniger durch konzeptionelle oder technische Revolutionen, sondern eher durch ihr Absatzpotenzial. Das soll nicht zuletzt in der Kompaktklasse gehoben werden. Peugeot legt beim neuen 308 jegliche Exzentrik ab und präsentiert in Sachen Wertanmutung und Design-Eleganz ein schon fast deutsches Fahrzeug. Mazda hingegen schärft beim Mazda3 sein bislang durchaus erfolgreiches Profil als sportliche Alternative im Kompaktsegment – in optisch wirklich gelungener Form. Evolution statt Revolution auch bei Audi: Die Ingolstädter haben ihr A3 Cabrio für die Neuauflage zwar kräftig überarbeitet und unter anderem das zuletzt stummelige Heck verlängert; dem Stoffdach und der Golf-Technik unterm Blech bleibt man aber treu. Einen etwas größeren Sprung – allerdings ebenfalls Richtung Mainstream - macht da der VW Golf Sportsvan, der mit flacherer, längerer Karosserie künftig den biederen Golf Plus ersetzt.

Eine sichere Sache ist es derzeit auch, auf SUVs zu setzen. Mercedes bringt mit dem GLA seinen ersten Crossover für die Kompaktklasse und interpretiert das Thema durchaus dynamisch, bleibt echte Neuerungen aber schuldig. Und auch die SUV-Studien von Lexus und Jaguar spielen die sichere Karte – das Segment wird nach Vorhersage fast aller Experten auch künftig boomen.

Hört, hört: Opel hat die coolste Studie
Dass Visionäres aktuell nicht hoch im Kurs steht, zeigt sich ebenfalls bei den anderen Studien. Gab es in den vergangenen Jahren noch verrückte Design-Experimente und neuartige Stadtfahrzeug-Konzepte wie den skurrilen VW Nils, bleibt man diesmal weitgehend auf dem Boden der Seriennähe. Bei Ford gibt ein Konzeptfahrzeug einen ziemlich realistischen Ausblick auf die kommende Generation des S-Max, bei Mercedes lässt sich die nächste Generation des S-Klasse Coupés bewundern. Ein wenig extrovertierter geht da Opel mit dem Monza Coupé vor – einer Art Design-Träger für Stilelemente kommender Autos der Marke, mit Flügeltüren und extrem flachem Aufbau.

Wer mehr Innovation will, muss seinen Blick da schon auf die Technik-Schauwände und Bildschirme an den Messeständen werfen – dort, wo die Hersteller ihre neuen Fahrerassistenzsysteme vorstellen. Besonders zu beeindrucken weiß da Mercedes: Die Stuttgarter haben ihrer S-Klasse derart viel Sensorik und Intelligenz mitgegeben, dass sie sich vollkommen autonom und sicher durch den Straßenverkehr bewegen kann. Die Technik ist nicht weit von der Serienreife entfernt, in der neuen Generation der Oberklasselimousine aber noch nicht zu bekommen.

Wenn das selbstfahrende Auto näher rückt, kommen vielleicht auch an anderer Stelle die Fahrzeug-Visionen zurück auf die Messestände dieser Welt. Wer bräuchte etwa noch den klassischen Fahrersitz? Und ließe sich nicht statt der Rückbank ein bequemes Bett für lange Autopilot-Touren einbauen? Bis es so weit ist, werden aber wohl noch einige IAAs ins Land gehen. Und vielleicht hat sich bis dahin sogar das Elektroauto endlich durchgesetzt. Dann könnte die diesjährigeIAA-Ausgabe dafür der Auslöser gewesen sein.

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