Do, 14. Dezember 2017

Zu viel Ehrgeiz

17.09.2013 15:34

Was tun, wenn der neue Kollege ein Streber ist?

Man ist gut im Job, engagiert und mit Freude bei der Arbeit. Und dann kommt auf einmal ein neuer Kollege, der durch übertriebenen Ehrgeiz und Schmeicheleien beim Chef neue Maßstäbe setzt. Wie Sie mit dieser Situation zurechtkommen, erfahren Sie hier.

Durch den Eintritt eines neuen Mitarbeiters wird ein Teamgefüge immer verändert. Denn eine neue Persönlichkeit bringt frischen Wind, man muss sich aufeinander einstellen und kann voneinander lernen – wenn der neue Kollege teamfähig und sozial ist.

Karrieresucht oder Arroganz?
Doch leider gibt es immer wieder auch jene Exemplare, die aus unterschiedlichster Motivation wenig Interesse an kollegialer Unterstützung haben. Das kann einerseits an stark ausgeprägtem Karrierebewusstsein und hohen Ambitionen liegen. Hier steht meist das Gefühl dahinter, niemand anderen zu brauchen, weil man ohnehin alles selbst am besten weiß. Diese Kollegen träumen schon beim Einstieg davon, schnell in einer höhere Position, optimalerweise auf Führungsebene zu kommen.

Andererseits können auch schlichtweg Arroganz und ein zu stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein dahinterstehen, bzw. eine egoistische Grundhaltung. Diese Kollegen sind in Richtung Chef sehr kooperativ und bemüht, spielen aber sehr oft Theater und verstehen es, sich mit minimaler Leistung optimal zu verkaufen. Gerade letztere Gruppe macht dem Rest des Teams meist stark zu schaffen.

Dem neuen Kollegen Zeit geben
Haben Sie das Gefühl, einen übertrieben ehrgeizigen Kollegen vor die Nase gesetzt bekommen zu haben, sollten Sie ihn sich einmal in Ruhe einleben lassen. Denn manchmal entsteht dieser Eindruck auch nur in der ersten Zeit, weil sich der Neue beweisen möchte bzw. muss und sich in Richtung Chef keine Fehler erlauben möchte. Das sollte verständlich sein und pendelt sich meist nach den ersten drei Monaten auf ein normales Level ein.

Passiert das nicht und wird der Kollege immer mehr zum Alleingänger, der die Abteilung auf Vordermann bringen möchte, wird es für das Team zunehmend anstrengend – nämlich dann, wenn unangenehmer Konkurrenzdruck entsteht, der dazu führt, dass unnötige Überstunden und Fleißaufgaben gemacht werden, da jeder dem Chef beweisen will, dass er am meisten tut.

Was ist sinnvoll, was nicht?
Es ist gut, wenn durch einen neuen Kollegen wieder mehr Energie in ein alteingesessenes Team kommt. Seien Sie daher ehrlich mit sich selbst: Welche Ideen des neuen Kollegen sind sinnvoll und übernehmenswert? Und welche sind es schlichtweg nicht, weil sie vielleicht schon einmal ausprobiert und wieder verworfen wurden? Lerneffekte sollte man annehmen, aber sich von übertriebenem Ehrgeiz anstecken zu lassen, der keine Effizienzsteigerung oder Wissensgewinn bringt, ist kaum sinnvoll.

Was denkt der Chef wirklich?
Der Druck in der Abteilung entsteht meist, wenn der Chef vom Neuling überaus begeistert ist. Doch der Eindruck kann auch täuschen. Versuchen Sie, beim Chef abzutesten, wie gewisse Aktionen oder Verhaltensweisen des neuen Kollegen wirklich ankommen. Das sollte natürlich unauffällig, also ohne persönliche Wertung, passieren. Erkennen Sie, dass auch der Chef nicht alle Aktionen gutheißt, können Sie sich wieder entspannen.

Unterstützung anbieten
Bieten Sie dem neuen Kollegen an, ihm zu helfen, wenn er Fragen hat bzw. greifen Sie ihm unter die Arme, wenn Sie merken, dass er an einem Punkt nicht weiterkommt. Das ist effektiver, als ihn "anrennen" zu lassen. Denn so sieht er, wie gewisse Dinge vom bestehenden Team gelöst werden, und beginnt möglicherweise, sich darauf einzulassen - und den nervigen Teil seines Ehrgeizes abzulegen. Auch die Einladung, gemeinsam Mittagessen oder in einer Pause auf einen Kaffee zu gehen, kann einen positiven Effekt haben.

Aussitzen
Manchmal heilt allerdings auch nur die Zeit alle Wunden. Das Gute an dieser speziellen Kollegen-Spezies ist, dass sie sich relativ schnell weiterentwickeln möchte und daher den wenigsten Abteilungen wirklich lange erhalten bleibt.

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