Mo, 18. Dezember 2017

Ernüchterter Coach

07.09.2013 18:31

Marcel Koller: "Wir sind der verdiente Verlierer"

"Wir sind der verdiente Verlierer - nicht, weil wir nicht leidenschaftlich gespielt haben, sondern weil die Deutschen einfach besser waren" - ÖFB-Teamchef Marcel Koller musste einen Tag nach dem 0:3 in der WM-Qualifikation gegen Deutschland die eklatante Überlegenheit der DFB-Auswahl eingestehen. Die Dominanz des Weltranglistenzweiten habe einen Punktgewinn in München unmöglich gemacht, so der Schweizer am Samstag nach der Rückkehr aus der bayrischen Hauptstadt.

"Wir haben gehofft, dass wir mehr nach vorne kommen, aber die Deutschen haben die Räume sehr gut zugestellt. Außerdem hatten wir zu viele Abspielfehler. Es wäre aber wichtig gewesen, den Ball in den eigenen Reihen zu halten, um Ruhe reinzubringen." Zudem seien die ÖFB-Internationalen in den Zweikämpfen "nicht so griffig" gewesen, meinte Koller. "Wir haben die Kompaktheit nicht so hinbekommen, wie wir wollten. Und unsere zwei, drei Möglichkeiten hätten wir verwerten müssen, da hat auch das Quäntchen Glück gefehlt", erklärte der 52-Jährige und ergänzte: "Wenn so wie gestern nicht jeder auf einem Top-Level spielt, wird es schwierig."

Negativspirale begann mit Kavlak-Behandlungen
Nach einer - sehr kurzen - guten Phase der Österreicher gleich zu Beginn übernahmen die Deutschen schnell das Kommando, was laut Koller auch mit den zahlreichen Behandlungen von Veli Kavlak zu tun hatte. "Dadurch ist Deutschland besser in den Rhythmus gekommen und wir haben uns zu weit zurückgezogen." Der Mittelfeldspieler erlitt einen Nasenbeinbruch, klagte auch über Kopfschmerzen und konnte die Heimreise nicht mit dem Flugzeug antreten, sondern nahm die Autobahn. Ob Kavlak am Dienstag in Wien gegen Irland zur Verfügung steht, ist fraglich. "Wir müssen schauen, ob es mit einer Maske geht. Er ist auf jeden Fall ein Kämpfer und will unbedingt dabei sein", sagte Koller.

Abstimmung in der Infobox: Schafft Österreich noch die WM-Quali?

Definitiv fehlen wird Zlatko Junuzovic wegen einer Sprunggelenksverletzung. "Er ist mit seiner Laufbereitschaft und Technik extrem wichtig für uns, deshalb war es auch schwer, ihn zu ersetzen", meinte der Nationaltrainer, der sich zu möglichen Personaländerungen im Irland-Match bedeckt hielt. Dennoch ließ Koller durchklingen, dass die gegen Deutschland enttäuschenden Marko Arnautovic und Christian Fuchs wieder mit von der Partie sein dürften. "Marko hat in Bremen die Vorbereitung voll mitgemacht. Es war nicht sein Spiel, aber das liegt nicht an der Kondition", betonte der Coach und nahm auch Fuchs in Schutz: "Er hat seine Fähigkeiten. Man sollte nicht auf einen mit dem Finger zeigen. Er ist noch immer eine Stütze."

Alaba bleibt für Koller ein zentraler Mittelfeldspieler
David Alaba blieb in seinem Heimstadion ebenfalls unter seinen Möglichkeiten. "Das hatte mit dem Gegner zu tun. Aber es wäre für uns sicher besser, würde er ständig im zentralen Mittelfeld spielen, da hat man mehr Gegenspieler um sich als auf der Seite", sagte Koller. Eine Aufstellung des Wieners auf dessen Bayern-Position links in der Viererkette kommt für den Teamchef nach wie vor nicht infrage. "Er ist für uns mit seiner Wahrnehmung und Technik im Zentrum wichtig, und wir haben mit Fuchs und Suttner zwei gute Linksverteidiger."

Vor dem Irland-Match gehe es nun darum, die richtigen Lehren aus der Niederlage von München zu ziehen. "Vielleicht können wir davon profitieren. Was die letzte Konsequenz bedeutet, hat uns Deutschland brutal aufgezeigt. Doch wir müssen dieses Match jetzt abhaken und uns auf Irland konzentrieren, das wird ein ganz anderes Spiel. Wir werden mehr Ballbesitz haben und müssen bereit sein, die Zweikämpfe anzunehmen, eine hohe Laufbereitschaft an den Tag zu legen und mit Kombinationen nach vorne zu kommen", betonte Koller, der gemeinsam mit seinem Betreuerstab auch Arbeit im psychologischen Bereich zu leisten hat. "Wir müssen positiv sein und die Spieler aufbauen."

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