So, 17. Dezember 2017

Weltweite Sensation

05.09.2013 10:48

Süßer Elefanten-Nachwuchs im Tiergarten Schönbrunn

Das Warten im Wiener Tiergarten Schönbrunn hat endlich ein Ende: Nach einer Tragzeit von 645 Tagen hat Elefantenkuh "Tonga" am Mittwochabend um 19.30 Uhr ihr Junges zur Welt gebracht. Die Geburt verlief schnell und problemlos, Mutter und Nachwuchs erfreuen sich bester Gesundheit. Auch das Geschlecht des kleinen Dickhäuters ist bereits bekannt: Es ist ein Weibchen. Das Kalb ist weltweit eine Sensation, denn es ist das Erste, das mit tiefgefrorenem Sperma gezeugt wurde.

"Tonga ist die Leitkuh unserer Herde und generell ein sehr ausgeglichenes Tier. Sie war während der Geburt gemeinsam mit ihrer Tochter Mongu auf der Außenanlage", berichtete Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. "Um Tonga und ihrem Nachwuchs die nötige Ruhe zu gönnen, bleibt die kleine Gruppe für die nächsten Tage im hinteren Bereich der Anlage." Die Elefantenpfleger werden sich nun drei Namen überlegen, über die in den nächsten Tagen auf der Website des Zoos abgestimmt werden kann.

Für die 28 Jahre alte Tonga, die seit 1998 in Schönbrunn lebt, ist es der zweite Nachwuchs. 2003 brachte sie Mongu zur Welt. Für den Tiergarten, der das Europäische Zuchtbuch für Afrikanische Elefanten koordiniert, ist es die vierte Geburt eines Afrikanischen Elefanten.

"Erstes mit tiefgefrorenem Sperma gezeugtes Kalb"
Weltweit sei dieser Elefantennachwuchs allerdings eine Sensation. Schratter: "Es ist das erste Kalb, das durch künstliche Besamung mit tiefgefrorenem Sperma gezeugt wurde. Sein Vater ist Wildbulle im Phinda-Reservat in Afrika und wurde unter Vollnarkose abgesamt." Durch eine neue Technik, die von einem Team des Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung entwickelt wurde, konnte das im Busch gewonnene Sperma eingefroren und wieder aufgetaut werden.

Genpool der Zoo-Elefanten auffrischen
Künstliche Besamung ist laut Tiergarten inzwischen bei Afrikanischen Elefanten Routine - allerdings nur mit frischem oder gekühltem Sperma. Um das Sperma eines Wildbullen von Afrika in einen europäischen Zoo zu transportieren, musste es jedoch eingefroren werden. Samenzellen von Elefanten sind allerdings extrem empfindlich - nur in zwei Fällen hatte eingefrorenes und wieder aufgetautes Material zu einer Befruchtung geführt, beide Trächtigkeiten endeten jedoch frühzeitig. Diese Methode biete allerdings eine große Chance, den Genpool der Zoo-Elefanten aufzufrischen und auch andere bedrohte Tierarten in Menschenobhut zu züchten.

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