So, 17. Dezember 2017

Radarwarner an Bord

05.09.2013 12:02

So viel Spaß machen die MTM-Audis mit 685 PS

Das nenne ich mal ein gutes Paket: Sperrer Motorsports in Schlierbach bei Kirchdorf macht schnelle Autos noch schneller – und verkauft auch gleich noch relativ legale Radarwarner und Laserblocker. Vor allem versieht der sechsmalige Rallye-Staatsmeister seit 25 Jahren Audis mit Tuning-Technik von MTM aus der Nähe von Ingolstadt – und von denen habe ich einige durchs Oberösterreichische gescheucht.

Der aktuellste Bolide der Runde war der brandneue Audi RS6, der ganz frisch auf dem Markt ist und den MTM erst seit wenigen Wochen im Tuning-Programm hat (der älteste ein Audi 100 S4, Baujahr 1992, mit über 509.000 Kilometern am Tacho). Statt der 560 Serien-PS leistet der Allrad-Kombi satte 685 PS, dazu stemmt er ab 1.750/min. mächtige 865 Nm auf die Kurbelwelle – und geht dabei so geschmeidig zu Werke, dass es eine Freude ist. Kein Krawalltuning, sondern die ganz feine Klinge mit einem sonoren Klang, der niemals nervt, sondern die Ohren streichelt.

Der Wert von 3,5 Sekunden für den 100-km/h-Lauf verdeutlicht die Sprintqualitäten, doch selbst weit im hierzulande verbotenen Geschwindigkeitsbereich lässt der Schub nicht nach. 340 km/h gibt MTM als Höchsttempo an – aber so weit haben wir es dann doch nicht getrieben, das wollen die Herrschaften von MTM demnächst auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Nardo machen. Die Bremsen sind hier so übrigens auch nicht serienmäßig, vorne rotieren 405er-Scheiben statt 390er. Ein Luftfahrwerk ist noch in Entwicklung, soll aber bald verfügbar sein.

Mit ähnlicher Technik ist auch der Audi S8 ausgestattet, der für schnelle, komfortable Runden zur Verfügung stand. Er fährt sich naturgemäß luxuriöser, aber gewichtsbedingt eine Spur weniger spritzig. Doch das tut der Souveränität keinen Abbruch. Und auch hier muss sich der Fahrer nicht wegen eines etwaigen Brachialsounds Infantilität nachsagen lassen.

Ambitionierter Rennzwerg: Audi A1 quattro mit 380 PS
Limitiert und dadurch bereits ausverkauft ist der Audi A1 quattro mit 280 PS – und auch für den hat MTM ein Trainingspaket: Dieses holt 380 PS aus dem 2-Liter-Vierzylinder-Turbo und macht ihn sprichwörtlich zur Rennsemmel. Er ist praktisch der kleine Bruder des 500-PS-A1 mit Fünfzylinder-Motor, der in Nardo 324 km/h geschafft hat. Und das mit Frontantrieb. Der schwächere mit Allradantrieb dürfte deutlich entspannter zu fahren sein. Unterhalb 3.000/min. kommt wohl sogar meine Großmutter damit zurecht, darüber geht wahrlich die Post ab.

Tuning und die Sache mit der Haltbarkeit
100 PS mehr aus einem Serienauto herausholen – schadet das dem Auto nicht? Sagen wir: Kommt drauf an. "Wenn ein Tuner weiß, was er macht, wenn echte Entwicklungsarbeit dahintersteckt, dann hält ein getuntes Auto genauso lange wie ein serienmäßiges", beteuert Raphael Sperrer – und verweist zur Bestätigung auf drei Dinge: erstens eine Tuninggarantie, die man dazukaufen kann, zweitens: "Unsere beste Werbung ist die Mundpropaganda, und wenn was wäre, würde sich das schnell herumsprechen." Sperrer feiert gerade sein 25-jähriges Tuning-Jubiläum.

Und drittens hat er eigens den Tuning-Veteranen eines Kunden auf den Hof geholt: einen Audi 100 S4, der 1992 eine gewaltige Leistungssteigerung erfahren hat. Statt 230 PS leistet er deren 330, mittlerweile hat er über 509.000 Kilometer auf dem Tacho. Das Fahrerlebnis ist ein anderes als mit heutigen Autos, der Innenraum hat schon bessere Zeiten gesehen, die Lenkpräzision mag man als solche gar nicht mehr bezeichnen. Aber auch hier kommt ab rund 3.000 Touren absolut souveräne Leistung und der Vierzylinder läuft wie am ersten Tag.

"Wir nutzen ja nur das Potential aus, das die Motoren haben", sagt Sperrer. Mit neuer Software fürs Steuergerät, Ladeluftkühlern oder größeren Turboladern, aber alles im Rahmen des Vernünftigen: " Die getunten Motoren laufen meistens sogar sparsamer als die serienmäßigen. Unsere Kunden wollen keine Tankstellenrennen gewinnen, sondern einfach immer genug Leistung zur Verfügung haben." Aber wenn sie zufällig in eines hineingeraten, werden sie wohl eine Chance haben zu gewinnen.

Verboten und doch legal: Radarwarner/Laserblocker
Radarwarner/Laserblocker sind hierzulande prinzipiell verboten, und doch verkauft Sperrer sie ganz offiziell. "Die Anlage, die wir verbauen, ist in Österreich und in Europa zulässig – solange nicht die Chipkarte mit der Software drinsteckt", erklärt der Rallye-Fahrer. "Mit der Karte hat man einen 100-prozentigen Schutz vor Radarfallen – wenn man schnell genug bremst." Wer viel zu schnell fährt, rauscht also trotzdem ins Radar, und alles Visuelle – also Videoaufzeichnungen oder das berühmte geschulte freie Auge des Gesetzes – bleiben von der Technik sowieso unbeeindruckt. Dreieinhalb bis viertausend Euro kostet der Spaß inklusive Einbau.

Ungefähr das Gleiche kosten z.B. die Brembo-Bremsen, für neuneinhalbtausend kriegt der RS6 685 statt 560 PS. Und dann gibt's da noch Felgensätze, Spurverbreiterungen und noch manches mehr, mit dem man sein Auto veredeln kann. Sperrer baut alles ein, das Auto muss man in der Regel allerdings selbst mitbringen. Außer eines: Sperrer verkauft den KTM X-Bow und betreut ihn sogar rennmäßig, dann in jedem Fall ohne Radarwarner – und ungestraft.

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