Fr, 15. Dezember 2017

Neues Beben in Tokio

04.09.2013 08:47

Strahlenwerte in Fukushima erreichen Höchststand

Die Strahlenwerte im havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben einen neuen Höchststand erreicht. In den vergangenen Tagen sei die Strahlung rund um die kontaminierten Wassertanks um mehr als 20 Prozent auf 2.200 Millisievert gestiegen, teilte die japanische Atombehörde am Mittwoch mit. Noch am Wochenende war der Wert bei 1.800 Millisievert gelegen. Mittwoch früh erschütterte außerdem ein schweres Erdbeben den Großraum der Hauptstadt Tokio sowie den Nordosten des Landes, in dem auch Fukushima liegt. Laut Behörden bestand keine Tsunami-Gefahr.

Derart hohe Werte wie nun in Fukushima gemessen sind für den menschlichen Körper extrem gefährlich. Sind Menschen einer so hohen Strahlung ungeschützt ausgesetzt, führt sie binnen Stunden zum Tod.

Regierung schaltete sich ein und erhöhte Warnstufe
Nachdem im vergangenen Monat hochradioaktives Wasser aus einem der hastig zusammengebauten Tanks ausgelaufen war, hob die Behörde die Warnung auf Stufe drei von insgesamt sieben auf der internationalen Störfall-Skala an. Es war das erste Mal seit der Kernschmelze nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011, dass Japan eine derartige Warnung ausgab.

Vor Bekanntwerden der neuen, traurigen Höchstmarke hatte sich die japanische Regierung erstmals direkt in die Sicherung der Atomruine eingeschaltet. Wenige Tage vor der Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Spiele 2020 an Tokio, Madrid oder Istanbul kündigte ein Regierungssprecher am Dienstag an, dass man 47 Milliarden Yen (360 Millionen Euro) zur Eindämmung der Flut verseuchten Wassers einplane.

Schutzwall soll helfen - allerdings erst 2015
Vorgesehen ist ein Schutzwall aus gefrorenem Erdreich um die beschädigten Reaktoren 1 bis 4. Das beispiellose Bauwerk soll verhindern, dass weiteres Grundwasser in die undichten Reaktorgebäude eindringt. Der Wall soll ab März 2015 einsatzbereit sein. Derzeit läuft eine Machbarkeitsstudie.

Seit der Katastrophe wird zur Kühlung der Reaktoren unentwegt Wasser eingepumpt. Ein Teil des Wassers soll dekontaminiert und weiter benutzt werden. Tepco muss derzeit mehr radioaktives Wasser lagern als in 130 Schwimmbecken mit Olympia-Maßen passen würde. Zusätzlich dringen jedoch jeden Tag rund 400 Tonnen Grundwasser ein, das sich mit dem Kühlwasser aus den undichten Reaktorbehältern vermischt.

Erdbeben der Stärke 6,9 im Großraum Tokio
Der Großraum Tokio wurde Mittwoch früh von einem schweren Erdbeben der Stärke 6,9 erschüttert. Gefahr durch einen Tsunami, wie er dem verheerenden Beben vor zweieinhalb Jahren folgte, bestand nicht, gab die Meteorologische Behörde bekannt. In Fukushima wurden keine neuen Schäden festgestellt, meldeten lokale Medien unter Berufung auf den Betreiberkonzern Tepco.

Auch aus anderen Regionen gab es keine Berichte über Opfer oder Schäden. Der Betrieb der "Shinkansen"-Hochgeschwindigkeitszüge in der Region war durch die Erschütterung kurzzeitig unterbrochen. Das Zentrum des Bebens lag in einer Tiefe von 400 Kilometern vor der Insel Torishima, rund 580 Kilometer von Tokio entfernt.

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