So, 17. Dezember 2017

Putin im Negligé

03.09.2013 19:08

Museumschefin vorübergehend in Haft

Nach der Beschlagnahme eines satirischen Gemäldes von Kremlchef Wladimir Putin in Frauenunterwäsche hat die Polizei die Direktorin des ausstellenden Museums in St. Petersburg festgenommen. Tatjana Titowa sei mitten in der Nacht von Uniformierten abgeholt worden, sagte Kurator Alexander Donskoi vom Museum der Macht am Dienstag der Agentur Interfax.

Am frühen Morgen sei die Frau zwar nach einem Verhör zunächst freigelassen, am Abend aber erneut festgenommen worden. Donskoi warf der Polizei "Willkür" vor. Die Behörden hätten keine Angaben gemacht, was sie Titowa überhaupt vorwerfen, kritisierte er.

Die Polizei bestätigte die Festnahme von Titowa. Als einen Grund nannten die Behörden "ein beschädigtes Amtssiegel in den Museumsräumen".

Ausstellung als künstlerischer Beitrag für G20-Gipfel
Die Ausstellung "Herrscher", bei der die Bilder gezeigt werden sollten, war als künstlerischer Beitrag zum G20-Gipfel in St. Petersburg geplant. Das Bild zeigt Präsident Putin im Negligé und Regierungschef Dmitri Medwedew in Reizwäsche. Auch drei weitere Gemälde waren beschlagnahmt worden. Nach der Razzia war der Maler und Politkünstler Konstantin Altunin nach Paris geflohen und hatte dort Asyl beantragt (siehe Story in der Infobox).

Politiker: "Ähnliches mit Obama wäre auch in USA unmöglich"
Auf einem Bild war auch eine Karikatur des prominenten Stadtpolitikers Anatoli Milonow vor einer Regenbogenfahne zu sehen. Milonow ist ein landesweit bekannter Kämpfer gegen Homosexualität. "Eine ähnliche Ausstellung mit Bildern von Präsident Obama wäre auch in den USA unmöglich", behauptete der Politiker.

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