Di, 24. April 2018

Sonne gebündelt

03.09.2013 15:52

Wolkenkratzer in London lässt Autos schmelzen

Ein neuer Wolkenkratzer im Londoner Finanzbezirk sorgt bereits vor seiner Fertigstellung für Ärger - und dies vor allem unter Autofahrern. Der Grund: Die außergewöhnlich geformte Glasfassade des Hochhauses bündelt das reflektierte Sonnenlicht auf der gegenüberliegenden Straßenseite so, dass Teile abgestellter Autos teilweise dahinschmelzen.

Das Hochhaus an der Fenchurch Street Nummer 20, wegen seiner Form besser bekannt als "Walkie-Talkie"-Turm (links im Bild), soll im kommenden Jahr seine endgültige Höhe von rund 160 Metern erreichen und fertiggestellt werden. Aber schon jetzt bereitet das Projekt des Architekten Rafael Vinoly, das durch den konkaven Verlauf der Fassade in den oberen (teureren) Etagen mehr Büros Platz bietet, den Bauherren einiges Kopfzerbrechen.

Opfer: "Das ist eine Sicherheitsgefahr"
Mehrere Autofahrer haben sich schon über geschmolzene Plastikteile und verbeulte Motorhauben, Seitenspiegel und Autodächer beschwert. Sogar kleinere Brände sollen bereits vom "Walkie-Talkie"-Turm verursacht worden sein. Friseur Ali Akay erklärte, die Fußmatte vor seiner Tür habe Feuer gefangen. "Das Ganze ist eine Sicherheits- und Gesundheitsgefahr", sagte er. "Sie hätten daran denken müssen, bevor sie mit dem Bauen angefangen haben."

Baufirmen zahlen Betroffenen Schadenersatz
"Das Phänomen wird vom derzeitigen Stand der Sonne im Himmel ausgelöst", hieß es am Dienstag in einer Stellungnahme der zuständigen Baufirmen. "Im Moment hält es etwa zwei Stunden am Tag an und erste Modellberechnungen deuten darauf hin, dass es noch etwa zwei bis drei Wochen auftreten wird." Man untersuche den Fall im Detail. Wegen der Vorfälle wurden drei Parkbuchten sicherheitshalber gesperrt. Außerdem kamen die Firmen für die an den Autos entstandenen Schäden auf.

Folien an Glasfassade könnten Problem lösen
Folien, die an einigen wenigen Fenstern angebracht werden, könnten die Reflexionen verhindern, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Bezugnahme auf einen mit dem Problem vertrauten Experten. Ähnliche Probleme tauchten auch bei anderen Projekten Vinolys auf. Wie US-Medien vor einigen Jahren berichteten, war das "Vdara Hotel" in Las Vegas ebenfalls ein "heißes" Gebäude.

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