Fr, 15. Dezember 2017

DFB zeigt Respekt

03.09.2013 10:25

Prödl: "Witze der Deutschen sind weniger geworden"

Die Zeiten, in denen die österreichische Nationalmannschaft in Deutschland als "Jausengegner" gesehen wurde, sind vorbei. "Wir haben uns Respekt erarbeitet, die Witze sind weniger geworden", meinte Bremen-Legionär Sebastian Prödl.

"Unserer Nationalmannschaft wird momentan sicher mehr Wertschätzung entgegengebracht als noch vor einigen Jahren. Die Deutschen haben zweimal in Wien gesehen (jeweils 1:2 im Juni 2011 und im September 2012, Anm.), dass wir sie an den Rand einer Niederlage bringen können", so Prödl.

"Deutsche nehmen uns hundertprozentig ernst"
Spott und Hohn über die Österreicher haben beim großen Nachbarn deutlich abgenommen, erklärte der Steirer. "Dadurch könnte es für uns aber auch schwieriger werden, weil uns die Deutschen hundertprozentig ernst nehmen", befürchtete Prödl.

Harnik mahnt zur Vorsicht
Ähnlich äußerte sich Stuttgart-Legionär Martin Harnik. "Der Respekt ist größer geworden. Den haben wir uns auch erkämpft, deswegen ist er gerechtfertigt", meinte der Stuttgart-Legionär, warnte jedoch im gleichen Atemzug: "Wir sollten uns nicht davon blenden lassen und glauben, wir sind mit den Deutschen auf Augenhöhe, nur weil uns Löw oder Schweinsteiger loben."

Der Offensivspieler trifft in München fast schon auf seinen "Lieblingstormann" - gegen Manuel Neuer gelangen dem 26-Jährigen bereits vier Treffer. "Mir ist das auch schon aufgefallen, dass es gegen ihn gut läuft", schmunzelte Harnik, der wie schon beim 1:2 im September des Vorjahres als Solo-Spitze zum Einsatz kommen könnte. "Aber eigentlich ist es egal, wer ganz vorne spielt, in der Offensive sind wir ohnehin flexibel."

Obwohl Harnik nach seinen Problemen mit dem Hüftbeuger noch immer eine leichte Einschränkung verspürt, ist er schon voller Vorfreude auf das Match gegen den Weltranglisten-Zweiten. "Entscheidend wird sein, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren. Der Glaube an unsere Stärken ist wichtig."

Mit einer Betontaktik werde man in der Allianz-Arena nicht agieren, versprach Harnik. "Wir sind keine Mannschaft, die sich nur hinten reinstellt und auf den Lucky Punch hofft."

Junuzovic: "Riesige Geilheit"
Während der Offensivspieler so wie Prödl den prominenten deutschen Ausfällen keine große Bedeutung beimessen wollte, könnte das Fehlen von Bastian Schweinsteiger und Co. laut Zlatko Junuzovic doch positive Auswirkungen für die ÖFB-Auswahl haben. "Wir haben schon eine Chance, wenn man die Ausfälle der Deutschen sieht. Vielleicht passt bei ihnen auch die Abstimmung nicht so. Wir müssen versuchen, ihre kleinen Probleme zu nützen", forderte der 25-Jährige und verglich die aktuelle Stimmung im eigenen Lager mit jener vor dem bisher letzten Duell. "Schon vor dem Heimspiel vor einem Jahr hatten wir eine riesige Geilheit auf das Spiel, jetzt ist es ähnlich."

An der Rollenverteilung habe sich aber nichts verändert, betonte Junuzovic. "Dass die Deutschen von hinten bis vorne Weltklasse sind, ist klar." Mit der Allianz-Arena hat der Mittelfeldspieler bisher keine gute Erfahrung gemacht - am 23. Februar dieses Jahres setzte es dort ein 1:6 gegen die Bayern. "Doch immerhin habe ich da zum ersten Mal die Kapitänsschleife von Werder getragen, deshalb war es wenigstens ein bisschen positiv", sagte Junuzovic.

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