Sa, 16. Dezember 2017

Rollende Luxushotels

02.09.2013 13:26

Campen mal anders: Mobilheime der Millionen-Klasse

Beim Stichwort Camping denkt man gemeinhin an kleine Wohnwagen im Grünen, grillende Familien, Gelsenstiche und Männer in Feinripp-Unterhemden. Die diskutieren Zentimeterweise über die Länge ihres Wohnwagens. Ja, und dann kommt da plötzlich jemand, der locker in die Runde wirft: Mein Wohnmobil kostet eine Million Euro.

In der Hand hat er den Zündschlüssel etwa vom Performance II von Volkner oder einem der anderen Luxusmobile neuster Generation, die nichts mit dem Flair spartanischer Behausungen, Plastikgeschirr oder Klappstühlen zu tun haben.

Beheizte Betten im Volkner Performance II
Mit einem Standard-Wohnmobil hat so ein fast vier Meter hoher Reisebus nur noch wenig gemein. Das macht sich bereits beim Einsteigen bemerkbar: Links neben der Eingangstür befindet sich ein elektronisches Zahlenschloss mit Klingel. Ist man das Treppchen hochgestiegen, geht es im Innenraum imposant weiter: Das weiche Ledersofa würde in eine Hotellobby passen, der Esstisch reicht für eine komplette Familie und der ausfahrbare Flachbildschirm übertrifft Modelle in manchen Wohnzimmern. Auch auf Fußbodenheizung und müssen die Urlauber nicht verzichten, sogar die Betten sind beheizt.

Halb integriert in den großen Wohnbereich ist die mit Kühlschrank, Induktionsherd, Mikrowelle und Backofen gut ausgestattete Küche. Abwaschen muss hier natürlich auch niemand: Eine Spülmaschine findet genauso ihren Platz wie die Waschmaschine mit integriertem Trockner. Auch das Badezimmer lässt keine Wünsche offen. Eine große Regen-Dusche mit Sternenhimmel, eingefasst in Mosaikfliesen, sorgt für ein Feeling wie in einem exklusiven Hotel-Zimmer.

Als technische Basis des Riesenwohnmobils dient ein Volvo-Busfahrgestell. Ein Sechszylinder-Turbodieselmotor bringt es bei 12 Liter Hubraum mit Direkteinspritzung auf 428 PS. Über den sogenannten Brain-Pilot lassen sich die getrennten Klimaanlagen für Bad, Ess- oder Schlafbereich oder auch die Garage während der Fahrt ebenso wie im Stand steuern.

Damit man auch in Gassen, die für den Bus zu eng sind, nicht laufen muss, gibt es Platz für den eigenen Pkw. Dabei darf es schon etwas mehr sein als beispielsweise ein Smart. Eine Solaranlage auf dem Dach sorgt für grünen Strom. Mit einem Preis von über einer Million Euro ohne Pkw bleibt der Performance II jedoch nur einer handverlesenen, solventen Kundschaft vorbehalten.

Concorde Centurion scannt die Finger
Das Campingurlaub keineswegs ausschließlich die Urlaubsform der unteren oder mittleren Einkommensgruppen ist, wird auch am Centurion von Concorde deutlich. Eintritt erhält man per Fingerscan. Der Wohnbereich fährt sich auf Knopfdruck drei Meter breit aus und ist bis unters Dach mit edlen Materialien und umfangreicher Technik ausgestattet.

Angetrieben wird der Centurion vom 12,8-Liter-Sechszylindermotor des Mercedes Actros, auf dessen Basis das Wohnmobil steht. Die 421 PS setzten den bis zu 26 Tonnen schweren Camper in Bewegung. Selbstverständlich für Camping-Fahrzeuge der Superreichen ist auch dieses Fahrzeug autark: Neben einem 500-Liter-Dieseltank befinden sich im Technikbereich ein 560-Liter-Frischwasserbehälter, drei Heizungen, 12 Batterien und ein 500-Watt-Dieselgenerator. Der Preis beginnt je nach Ausstattung bei einer halben Million Euro. Das Fahrzeug zu stehlen dürfte keine Alternative sein, denn der Concorde Centurion wird außen von 16 Kameras überwacht.

Wer aber nicht nur privat auf Reisen gehen will, wirft einen Blick auf den Continental von Ketterer. Hier sind dem wohlbetuchten Kunden in Sachen Individualität keine Grenzen gesetzt. Büro, Lager oder Fitnessraum, aber auch völlig andere Individualisierungen sind machbar, wie ein mobiles Tonstudio oder ein Heimkino. Auf über elf Meter Länge bietet der Continental viel Platz, der sich durch zwei Pop-Outs nochmals vergrößern lässt. So viel Individualität hat ihren Preis: mindestens 740.000 Euro werden aufgerufen.

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