Di, 12. Dezember 2017

NR-Wahl

01.09.2013 16:48

BZÖ-Auftakt: Bucher will Stronach überholen

Das BZÖ soll bei der Nationalratswahl nicht nur den Wiedereinzug schaffen, sondern auch vor dem Team Stronach liegen. Dieses Ziel hat Parteichef Josef Bucher seinen Anhängern beim Wahlkampfauftakt am Sonntag in St. Wolfgang im Salzkammergut auf den Weg mitgegeben. In seiner rund 45-minütigen Rede griff er nicht nur Frank Stronach an, sondern auch SPÖ und ÖVP. Deren Mehrheit gelte es am 29. September zu knacken, um das rot-schwarze System aufzubrechen.

Laut Parteiangaben waren rund 600 Anhänger ins Salzkammergut gekommen. Nicht gesichtet wurden beim Wahlkampfauftakt allerdings die Mandatare Stefan Petzner und Ewald Stadler - sie kandidieren nur auf Landeslisten und hatten auf die Bundeslistenerstellung verschnupft reagiert.

BZÖ positioniert sich als "moderne Mitte"
Das BZÖ positioniert sich in diesem Wahlkampf als die "moderne Mitte", und so wurde auch die runde Veranstaltungshalle der Scalaria in St. Wolfgang, dem ungefähren geografischen Mittelpunkt Österreichs, nicht zufällig gewählt. Er werde oft gefragt, was denn die moderne Mitte sei, meinte Bucher: "Die moderne Mitte ist der Mittelstand, der Bürger, der aus der Mitte der Gesellschaft kommt." Es gehe nicht um Konzerne oder Banken, sondern um "fleißige, tüchtige, einfach gestrickte" Menschen.

"Ich musste mir den Vorwurf machen lassen, dass ich ein einfacher Koch/Kellner bin. Ich stehe dazu", meinte er in Richtung Frank Stronach und fügte noch hinzu: "Wenn man über Milliarden verfügt und sich nicht einmal ein eigenes Programm leisten kann, das ist eine Schmach."

Bucher: "Ziel ist es, vor Team Stronach zu landen"
Der 29. September biete die Möglichkeit, das rot-schwarze System abzuschaffen, so Bucher weiter: "Ich weiß, dass wir es schaffen, weil wir es auch in Kärnten geschafft haben und uns das niemand zugetraut hat. Deshalb bin ich so überzeugt und sicher, dass wir einziehen. Das ist aber nicht das Ziel. Das Ziel ist es, vor dem Team Stronach zu landen." Dies sei der Auftrag.

Inhaltlich geht es dem BZÖ vor allem um die Steuern: "Runter mit den Steuern, dann geht's rauf mit Beschäftigung und Wohlstand in unserem Land." Nötig sei hierfür etwa eine Entbürokratisierung. Für "unbequeme Forderungen" wie eine Staatsreform werde man aber bekämpft, mittlerweile selbst von den Grünen, dem Team Stronach und den Freiheitlichen, denn diese würden "nichts am System ändern wollen, weil sie selbst Teil des Systems wurden".

Wirtschaft "abgesandelt": BZÖ-Chef pflichtet Leitl bei
Erneut sprach Bucher eine Einladung an Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl aus, der Österreichs Wirtschaft als "abgesandelt" bezeichnet hatte und dem er zu dieser Diagnose beipflichtete. Der Parteiobmann betonte die Notwendigkeit von Investitionen in die Bildung, in Forschung und Entwicklung: "Bündnis Zukunft Österreich ist nicht nur ein Parteiname, das ist ein politischer Auftrag."

Zur Kärntner Hypo Bank betonte Bucher, Jörg Haider habe "diesen Krempel" erfolgreich verkauft, die Bundesregierung habe sie jedoch verstaatlicht: "Da sieht man die Wirtschaftskompetenz der ÖVP." Der frühere Finanzminister Josef Pröll werde hierfür noch Rechenschaft ablegen müssen, so der BZÖ-Chef. Aus diesem Grund brauche es auch wieder die Orangen im Nationalrat, forderte Bucher einen Untersuchungsausschuss zu dieser Causa.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden