Sa, 21. Oktober 2017

"Ich bin fertig"

29.08.2013 15:33

NÖ: Mann ersticht Ex-Frau (38) auf offener Straße

Eine 38 Jahre alte Frau ist am Donnerstagvormittag in Niederösterreich von ihrem Ex-Mann mit einem Messer attackiert und getötet worden. Die Tat geschah auf offener Straße mitten im Zentrum von Laa an der Thaya. Die Polizei geht von einem Eifersuchtsdrama aus. Der 52-jährige Verdächtige ließ sich widerstandslos festnehmen.

Der Mann dürfte seiner Ex-Frau - das Paar hat zwei Söhne im Alter von vier und fünf Jahren - auf der Straße unmittelbar vor dem Haus, in dem die Frau gelebt hat, aufgelauert haben. "Der Mann hat ein größeres Fixiermesser gezückt und der Frau zahlreiche Stichverletzungen an Hals und Brust zugefügt", so ein Ermittler des Landeskriminalamts gegenüber krone.at. Zuvor hatte der Verdächtige zwei Schreckschüsse aus einer Pistole abgegeben. Passanten, die die Tat mit ansehen mussten, alarmierten gegen 8.30 Uhr die Polizei.

"Legen Sie mir die Handschellen an"
Nach der Tat ließ der Verdächtige von seinem blutüberströmten Opfer ab, griff in seinen Rucksack und zog ein Paar Handschellen heraus. Damit ging er nach Angaben des Ermittlers zu einem Passanten und überreichte sie ihm mit den Worten: "Legen Sie mir die Handschellen an, ich bin fertig."

Frau starb im Spital
Während sich der 52-Jährige beim Eintreffen der Beamten widerstandslos festnehmen ließ, wurde die Schwerverletzte erstversorgt und mit dem Rettungshubschrauber ins AKH Wien geflogen. Doch für die 38-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Gegen 10.15 Uhr verloren die Ärzte den Kampf um das Leben der Frau.

Beziehung von Gewalt geprägt
Das Paar war nach Angaben des Beamten vor einigen Monaten geschieden worden. Wie am Donnerstagnachmittag bekannt wurde, dürfte die Beziehung seit Jahren von Gewalt geprägt gewesen sein. So hatte sich die 38-Jährige bereits im Jahr 2009 an das Frauenhaus Mödling und an Gewaltschutzzentren gewandt, wie Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser berichtete.

Danach dürfte das Paar jedoch wieder Tisch und Bett miteinander geteilt haben, bis es vor Kurzem schließlich zur Scheidung kam. Immer wieder seien dann anonyme Anrufe bei der 38-Jährigen eingegangen, so Rösslhumer - der Verdacht liege nahe, dass der 52-Jährige versucht hat, mit der Frau in Kontakt zu treten. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft ordnete die Einlieferung des Verdächtigen nach Abschluss der Erhebungen in die Justizanstalt Korneuburg an.

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