Mi, 22. November 2017

Nachbesserungsbedarf

23.08.2013 10:14

Studie: Kinder-Apps nicht immer kinderfreundlich

Kinder-Apps sind nicht in jedem Fall auch kinderfreundlich. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des deutschen Verbraucherzentrale Bundesverbands, für die 32 kostenlose, speziell für Kinder konzipierte Apps geprüft wurden. "Viele Entwickler und Anbieter solcher Apps müssen noch ihre Hausaufgaben machen und nachbessern", teilten die Verbraucherschützer am Donnerstag mit.

Eine Erkenntnis der Untersuchung: Wo kostenlos drauf steht, muss nicht kostenlos drin sein. In einigen Fällen halte die kostenlose Spielvariante nur wenige Minuten an, sodass ein Kauf innerhalb der App, ein sogenannter In-App-Kauf, unumgänglich sei. Aber auch die in den laufenden Spielbetrieb integrierten Wartezeiten – in einem Fall von bis zu sieben Stunden – dienen den Verbraucherschützern zufolge augenscheinlich dazu, einen In-App-Kauf zu forcieren.

Der Zukauf von vermeintlich mehr Spielspaß werde den Kindern nicht schwer gemacht: Ein Klick – und schon erfolge die Abrechnung über die Telefonrechnung oder die Prepaid-Karte des Smartphones. Die Höhe der Kaufpreise für einen In-App-Kauf variiere dabei zwischen wenigen Cent und hohen zweistelligen Euro-Beträgen.

Werbung nicht immer für Kinder geeignet
Ein weiteres Ärgernis zeigte sich auch bei der in die Apps integrierten Werbung. Sie sei nicht immer deutlich genug von den Inhalten getrennt und zeige teilweise Inhalte, die die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen könnten wie Werbung für ein Online-Casino oder einen Flirt-Chat, so die Kritik. Auch Werbung, die sich teilweise über den gesamten Bildschirm legte, lies sich nicht immer mühelos beseitigen.

Dass Kinder-Apps bereits soziale Medien wie Facebook und Twitter einbinden, sieht der Bundesverband aus Datenschutzsicht besonders kritisch. Das gilt vor allem dann, wenn Kinder mit Hilfe von Belohnungen in Form virtueller Güter dazu verleitet werden sollen, eine der Anwendungen auszuführen. "Denn oft ist nicht klar, welche Daten übertragen und zu welchen konkreten Zwecken diese genutzt werden", sagt Carola Elbrecht, Koordinatorin des Projekts "Verbraucherrechte in der digitalen Welt".

Spielregeln gestalten und einhalten
Um Kinder-Apps kinderfreundlicher zu gestalten, seien dringende Nachbesserungen nötig: "Wir brauchen nicht nur Spielregeln für die Spieler der Apps, sondern auch für die Entwickler und Anbieter. Sie dürfen den kindlichen Spieltrieb nicht manipulieren oder finanziell ausnutzen", fordert Elbrecht.

Das gelte vor allem für In-App-Kaufangebote: Wenn überhaupt, sollten sie nur in einem beschränkten reglementierten Umfang in Kinder-Apps integriert sein. Neben zwingenden Preisobergrenzen im Hinblick auf den Einzel-, aber auch den Gesamtkauf, sollten Kinder und deren Eltern zudem die Kosten für In-App-Käufe kontrollieren, beziehungsweise die Funktion auch deaktivieren können.

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