Do, 23. November 2017

Jugend-Offensive

17.08.2013 15:01

Stronach zahlt 100.000 € für beste politische Idee

Sechs Wochen vor der Wahl will Frank Stronach die Jugend gewinnen: Per Facebook ruft er zum Wettbewerb gegen Cash auf. Im Interview verteidigt er seine Idee.

Seine Partei sorgt auch für Schlagzeilen, wenn der Chef gar nicht im Land ist. Kaum ist Frank Stronach wieder in Österreich, macht der Milliardär von sich reden: Mit einem Gewinnspiel, bei dem junge Österreicher bis zu 100.000 Euro gewinnen können, aber auch mit einer verlorenen Spitzenkandidatin. Monika Lindner warf nach fünf Tagen schon das Handtuch.

"Krone": In Inseraten rufen Sie derzeit die jungen Österreicher dazu auf, ihre politischen Ideen einzuschicken. Den besten Einfall belohnen Sie mit 100.000 Euro – glauben Sie, dass eine Idee davon umgesetzt wird?
Frank Stronach: Natürlich können auch alle Ideen umgesetzt werden. Es ist ja ein Naturgesetz, dass sich die beste Idee mit Sicherheit durchsetzt.

"Krone": Aber warum tun Sie das? Das ist in Österreich doch unüblich.
Stronach: In Kanada haben wir das in einer Reality-Show schon durchgeführt – das war sehr erfolgreich.

"Krone": Gewinnspiel plus Geldpreis plus Politik – ist diese Mischung moralisch zu vertreten?
Stronach: Also: Wer keine guten Ideen hören will, bei dem stimmt was nicht. Das ist doch gut, wenn die österreichische Jugend Ideen vorbringen kann. Und die Chance, dabei auch noch zu gewinnen, ist viel größer als beim Lotto. Da werden sicher gute Ideen dabei sein. Und wir werden dann versuchen, diese auch umzusetzen – natürlich immer in Abstimmung mit unserem Programm.

Voting in der Infobox: Finden Sie Stronachs Polit-Gewinnspiel gut?

"Krone": An Ideen herrschte ja auch schon bisher in der Innenpolitik eher wenig Mangel – die Umsetzung scheint viel schwieriger, etwa bei der Reform des Lehrerdienstrechts. Hätten Sie da schon früher härter durchgegriffen?
Stronach: Da schlagen doch alle auf die unterste Schicht, die Lehrer, hin. Schuld an den Missständen sind doch die Funktionäre. Und es braucht mehr Schulautonomie: Die Eltern sollen in Zukunft die Schuldirektoren bestellen können. Dann wird sicher alles besser.

"Krone": Apropos Zukunft: Wie wird's jetzt ohne ihre Quereinsteigerin Monika Lindner im Team Stronach weitergehen?
Stronach: Schade, dass dabei einige bedauerliche Bemerkungen gefallen sind. Aber: Wir brauchen sicher keine Informationen von Raiffeisen oder sonst jemandem. Das sieht doch ohnehin jeder, wie die Regierung jedes Jahr noch mehr Schulden anhäuft.

"Krone": Was waren aber die Gründe von Monika Lindners Ausstieg?
Stronach: Das tut mir wirklich sehr leid. Ich hatte für Monika immer große Sympathie. Monika ist eine sehr starke Frau, wir haben schon lange ein sehr freundschaftliches Verhältnis.

"Krone": Vermuten Sie, dass Raiffeisen oder die ÖVP Druck auf Monika Lindner ausgeübt haben könnten, die Kandidatur zurückzuziehen?
Stronach: Monika hätte sicher viel dazu beitragen können, dass sich das System ändert. Aber eigentlich möchte ich dazu keinen Kommentar abgeben.

"Krone": Welches Ergebnis erwarten Sie sich am Wahlsonntag, dem 29. September?
Stronach: Ich habe nie gesagt, wie viel Prozent wir wollen – natürlich wollen wir so viel wie nur irgendwie möglich erreichen. Aber: Die Leute sollen alle darüber gut nachdenken, was sie tun müssen, damit nicht wieder eine SPÖ/ÖVP-Regierung möglich wird.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden