Mo, 20. November 2017

Glorreicher Triumph

03.08.2013 16:11

Gold für Schwaiger-Sisters bei EM in Klagenfurt

Die Schwaiger-Sisters haben es doch tatsächlich geschafft und ausgerechnet bei der Beachvolleyball-Heim-EM in Klagenfurt ihre erste Medaille bei einem Großereignis geholt - nach fünften Plätzen bei der EM 2009, den Weltmeisterschaften 2009 und 2013 sowie den Olympischen Spielen 2008 und 2012. Die Waldviertlerinnen setzten sich im Finale in der rappelvollen Klagenfurter Beachvolleyball-Arena gegen die spanische Paarung Liliana Fernandez/Elsa Baquerizo in drei spannenden Sätzen 2:1 (15, -20, 12) durch.

Wie im Halbfinale gegen die Deutschen Ludwig/Walkenhorst sah es zunächst auch im Endspiel gegen die Vorjahres-EM-Dritten aus Spanien nach einer klaren Angelegenheit aus. Die Ibererinnen gaben aber im zweiten Satz vom Start weg den Ton an und glichen aus. Im entscheidenden Durchgang behielten die Waldviertlerinnen aber die Nerven und setzten sich recht sicher durch. "Im zweiten Satz habe ich bei ein paar Blocks danebengegriffen, aber im dritten habe ich mich wieder erfangen", erklärte Stefanie, die den letzten Punkt zum Titel gemacht hatte.

Ein Kurzinterview mit den Schwaigers finden Sie in der Infobox!

Jubel um Gold, Trauer um Großmutter
Dass es Gold geworden ist, sei natürlich die Krönung, so Doris. "Das ist schwer in Worte zu fassen. Diesen Erfolg daheim feiern zu dürfen, ist das Allergrößte für uns, das es gibt", sagte die ältere der Schwestern. Stefanie stimmte zu und dankte den Fans, die wieder für tolle Stimmung gesorgt hatten. "Ein großer Punkt war das Publikum. Es ist eine Ehre, da zu spielen, ihr seid unglaublich", bedankte sich die Blockspielerin. "Sie haben genauso wie wir alles gegeben und uns gepusht."

Einen Steckbrief der Schwaigers finden Sie in der Infobox!

In den Jubel um ihre erste EM-Medaille mischte sich aber auch Trauer, denn zu Hause im Waldviertel wurde am Finaltag ihre kürzlich verstorbene Großmutter zu Grabe getragen, die früher einige Male in Klagenfurt zu Gast gewesen war. "Heute ist nicht nur ein Tag, wo alles lustig ist. Unsere Oma ist gestorben, heute ist das Begräbnis, sie schaut von oben zu. Sie hat uns sicher viel geholfen", so Doris.

Insgesamt holten die Schwestern das sechste EM-Edelmetall für Österreich sowie das erst zweite überhaupt für die Damen nach Silber durch Sara Montagnolli/Barbara Hansel vor zwei Jahren. Für ÖVV-Herren hatte es schon zweimal Goldmedaillen gegeben (Doppler/Berger 2003, Doppler/Gartmayer 2007).

Verbandspräsident Kleinmann begeistert
"Für uns ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Vor allem für die Schwaiger-Familie. Was der Schwaiger-Papa mit seinem Waldviertler Schädel alles für seine Mädels tut - das hat er sich verdient", so Verbandspräsident Peter Kleinmann. "Ohne so ein Turnier wie hier in Klagenfurt wären wir im Beachvolleyball nicht Welt- und Europaklasse. So etwas wie hier ist normal nur im Fußball möglich. Das ist die Bestätigung, dass wir Weltklasse sind. Wir haben bei Olympia in Rio die seriöse Chance, Medaillen zu machen."

Und Sportminister Gerald Klug ergänzte: "Nach den tollen Ergebnissen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften ist der heutige EM-Titel der bisherige Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere. Sie haben nervenstark bis zum Ende gekämpft und brilliert. Dies ist nicht nur ein toller Erfolg für die beiden, sondern auch ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Rio 2016."

Der Trainer der Schwaiger-Sisters, Dirk Severloh, erklärte, dass die Medaille das erklärte Ziel gewesen sei. "Wir haben von Anfang an immer die kleinen Sachen und Bausteine angesprochen, sodass sie heute komplett agieren konnten. Sie haben sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dass es Gold geworden ist, ist natürlich der Wahnsinn und ein unglaublicher Moment."

Letzte ÖVV-Herren im Achtelfinale ausgeschieden
Die letzten österreichischen Beachvolleyball-Herren sind am Samstag im Achtelfinale der Heim-EM indes ausgeschieden. Die nach dem Verletzungsaus von Clemens Doppler/Alexander Horst verbliebenen Medaillenhoffnungen Alexander Huber/Robin Seidl vergaben gegen die Norweger Iver Andreas Horrem/Geir Eithun drei Matchbälle und verloren in drei Sätzen (19, -20, -16). Die Lokalmatadore trauerten den vielen vergebenen Möglichkeiten nach. Neben den Matchbällen im dritten Satz hatten sie im zweiten eine 18:14-Führung aus der Hand gegeben. "Das Spiel war eigentlich schon gewonnen, aber dann haben wir uns aus dem Rhythmus bringen lassen. Am Ende waren sie die Glücklicheren", meinte Blockspieler Seidl.

Auch das Überraschungsteam Thomas Kunert/Lorenz Petutschnig ging gegen die Spanier Pablo Herrera/Adrian Gavira bei großer Hitze zu fahrlässig mit den Chancen um und verlor nach zwei ungenutzten Satzbällen im ersten Durchgang 0:2 (-23, -16). Für das Duo war allerdings bereits der Achtelfinaleinzug ein Erfolg gewesen, deshalb hielt sich die Enttäuschung über die Niederlage in Grenzen. "Im Großen und Ganzen war es ein super Turnier, der neunte Platz ist viel mehr, als wir uns erwartet haben", meinte der 24-jährige Kunert, der zugab, dass ihnen im zweiten Satz die Luft ausgegangen ist. "Es war extrem heiß, das sind die Spanier besser gewohnt und sie sind auch ein starkes Team."

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