Di, 21. November 2017

Mystischer Kult

03.08.2013 09:00

Hollywoods neue Sekte: „Wie Scientology mit Sex“

Mystische Rituale, Drogen, Sex mit Fremden, schwarze Magie: Die Sekte "Ordo Templi Orientis" – kurz O.T.O. genannt – soll sich derzeit besonders unter den Hollywoodstars eines regen Zulaufs erfreuen. Sie könnte sogar über kurz oder lang Scientology den Rang ablaufen, vermuten Experten: "Das ist wie Scientology – nur mit mehr Sex."

Okkulte Glaubensrichtungen und mystische Traditionen haben unter den Stars und Sternchen immer schon schnell zahlreiche Anhänger gefunden. So trat Madonna vor wenigen Jahren eine wahre Welle los, als sie sich zur jüdischen Kabbala-Lehre bekannte. Kurz darauf wurden auch Britney Spears und Ashton Kutcher mit dem Erkennungszeichen der Kabbala, einem roten Faden am Handgelenk, gesehen.

Eine Vormachtstellung hat aber ganz sicher Scientology, für die Tom Cruise fleißig das Testimonial gibt. Neben ihm sind etwa John Travolta, Kirstie Alley und Lisa Marie Presley Mitglieder. Offiziell nie dazu bekannt hat sich Will Smith, doch es geht schon seit Langem das Gerücht um, dass sowohl Smith als auch seine Frau Jada der Sekte angehören. In Österreich ist Scientology übrigens nicht als Glaubensgemeinschaft anerkannt – mit Ausnahme der Niederlassung in Wien.

Neuer Kult in Hollywood
Doch nun breitet sich in Hollywood ein Kult aus, der seine Wurzeln in einer Zeit schon lange vor Scientology hat. Die Sekte "Ordo Templi Orientis" – zu Deutsch Orden des östlichen Tempels – wurde um 1903 von Freimaurern gegründet. Die Regeln der Sekte wurden von dem Okkultisten Aleister Crowley um 1915 aufgestellt. Crowley war bekannt für seinen Hang zu schwarzer Magie und ausgefallenen Sexualpraktiken.

Die Sekte ist um einiges lockerer als etwa Scientology. Die Mitgliedschaft kostet nichts, bietet dafür aber Verheißungsvolles. "Die Zentral-Anschauung ist: Man kann selbst zu einem Gott werden. Indem man Drogen, Bewusstseinserweiterung und Sex einsetzt, um diese göttlichen Energien selbst in sich zu wecken. O.T.O. ist quasi Scientology mit Sex", so der Sektenexperte Eckhard Türk im Interview mit RTL.

Okkulte Symbole als Tattoos
Diese liberalen Regeln erfreuen sich gerade bei jungen Promis wie Peaches Geldof großer Beliebtheit. Die gab via Twitter zumindest an, dass sie die Bücher von Aleister Crowley "super interessant" finde. Geldof ließ sich das Kürzel O.T.O. in den Unterarm tätowieren. Auch Tom Cruises Tochter Isabella wurde bereits mit einem Tattoo gesehen, das auf eine Mitgliedschaft bei O.T.O. hindeutet. Das "Auge des Horus" ziert neuerdings ihren Arm – ein Symbol der Sekte.

Die prominentesten Mitglieder sollen aber Jay-Z und seine Frau Beyonce sein. Der Musikproduzent und Rapper gab kürzlich ein Fernsehinterview in einem Sweatshirt mit der Aufschrift "Do what thou wilt", dem Wahlspruch der Sekte.

Kann zu psychischer Abhängigkeit führen
Auch wenn der Austritt aus O.T.O. etwas einfacher sein dürfte als bei Scientology, könne es hier zu schwerer psychischer Abhängigkeit kommen, warnen Experten. Dennoch dürfte es bei O.T.O. wohl immer noch mehr um die Anziehungskraft des Mystischen gehen als um systematische Gehirnwäsche.

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