Di, 21. November 2017

Tierschützer wütend

24.07.2013 14:45

Royal Canin: Kein Mitleid mit den „Kampfbären“?

Seit die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" am Dienstag mit einem Beweisvideo den Skandal rund um den global agierenden Hersteller von Hunde- und Katzennahrung Royal Canin aufdeckte, gehen die Wogen unter Tierfreunden weltweit hoch. Das Unternehmen sponserte nach Angaben der Tierschutzorganisation illegale und brutale Bärenkämpfe in der Ukraine. Eine erste Stellungnahme von Royal Canin sorgt zusätzlich für Kopfschütteln bei vielen Tierfreunden.

Das Video (oben klicken), das im April dieses Jahres heimlich von einem "Vier Pfoten"-Aktivisten aufgenommen wurde, zeigt das grausame Schauspiel: In einem Waldstück in der Nähe von Winnyzja in der Ukraine werden über mehrere Stunden und vor Publikum Jagdhunde auf einen angeketteten Braunbären gehetzt. Die barbarische Veranstaltung wurde, wie berichtet, offenbar vom Futtermittelhersteller Royal Canin gesponsert.

"Keine Worte des Bedauerns"
Royal Canin war am Dienstag für die "Krone Tierecke" nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen, veröffentlichte jedoch ein Posting auf der offiziellen Facebook-Seite, das unter Tierfreunden und entsetzten Kunden für Kopfschütteln sorgte.

Der Geschäftsführer in der Ukraine und sein Team seien aufgefordert worden, "umgehend Maßnahmen zu ergreifen, um jede Art von Sponsoring und Veranstaltungen zu unterbinden, die im Widerspruch zu unserer Tierschutzethik und unserer Unternehmensphilosophie stehen", hieß es. "Keine Worte des Bedauerns, keine Ankündigung ernsthafter Konsequenzen und keine Hilfe für die Bären", zeigte sich "Krone"-Tierlady Maggie Entenfellner schockiert.

Entschuldigung folgte via Facebook
Am Mittwoch folgte ein zweites Posting mit einer Entschuldigung: "Schockiert und tief berührt haben wir feststellen müssen, dass unsere ukrainische Niederlassung ungewollt eine Veranstaltung unterstützt hat, die in tiefstem Maße alle Werte verletzt, für die wir bei ROYAL CANIN eintreten." Und weiter: "Wir übernehmen natürlich die volle Verantwortung für unser Handeln." Hunderte User haben auf der Royal-Canin-Facebook-Seite bereits ihren Protest ausgedrückt.

"Vier Pfoten" starteten Online-Petition
Die "Vier Pfoten" forderten Royal Canin indes öffentlich dazu auf, nicht nur das Sponsoring dieser tierquälerischen Wettbewerbe ein für allemal zu stoppen, sondern Verantwortung für die Zukunft der gequälten Tiere zu übernehmen. "Der Konzern wirbt mit dem Leitsatz 'Wissen und Respekt vor der Natur unserer Haustiere' und stellt das Wohlbefinden von Haustieren in den Fokus seiner Unternehmensphilosophie", sagte Dr. Amir Khalil, Tierarzt und Projektleiter. Die Organisation rief außerdem eine Online-Petition ins Leben, um den Futtermittelhersteller an seine Verantwortung zu erinnern.

Fressnapf stornierte Werbespots
Auch die Handelskette Fressnapf reagierte auf den Skandal und stornierte geplante Werbespots mit Royal Canin. Geschäftsführer Norbert Marschallinger: "Uns war nicht klar, dass es solche Grausamkeiten überhaupt noch gibt! Wir fordern von Royal Canin eine lückenlose Aufklärung." Vorerst wurden auch zentralseitige Gespräche zum aktiven Warengeschäft mit Royal Canin eingestellt.

Das Leid der "Kampfbären" in der Ukraine
Nach Schätzungen der Tierschützer gibt es in der Ukraine zwischen 15 und 20 sogenannte Kampfbären. Sie leben qualvoll in winzigen Käfigen auf bloßem Betonboden und dürfen diese nur verlassen, um zu Trainingszwecken oder bei Wettbewerben von Jagdhunden angegriffen zu werden. Sie erhalten meist viel zu wenig Futter und Wasser, damit sie ein schwacher Gegner für die Hunde sind. Den meisten werden außerdem die Krallen gezogen. Viele von ihnen stammen aus Zoos, Zirkussen oder aus der freien Wildbahn.

Die Online-Petition der "Vier Pfoten" finden Sie hier.

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