Mi, 22. November 2017

Party-Pop-Nacht

20.07.2013 01:22

Popstar Ke$ha mit schillernder Show im Gasometer

Party, Spaß und Action war das prägende Motto am Freitagabend im Wiener Gasometer. Die amerikanische Disco-Pop-Diva Ke$ha musste zum Abschluss ihrer Europatour zwar mit einer erschreckend leeren Halle vorlieb nehmen, konnte live aber den Bauchfleck, den sie mit ihrem aktuellen Album "Warrior" hinlegte, erfolgreich abwenden.

Obwohl das Oval des Wiener Gasometers zur großen Popshow nur zu einem guten Drittel gefüllt ist, wundert sich so mancher über die Anwesenheit vieler minderjähriger Fans. Natürlich ist die Musik von Ke$ha perfekt geformter Mainstream-Radiopop, doch die anzüglichen, oftmals wirklich tiefen Ansagen der 26-Jährigen sind bestimmt nicht für alle Kinderohren gedacht. Rein optisch ist das ähnlich, denn die US-Amerikanerin lässt sich vom kontinentaleuropäischen Misserfolg ihres aktuellen Albums "Warrior" nichts anmerken und präsentiert sich ganz als geübte Rampensau.

Party-Pop und Gitarren-Rock
Schillernd, wie Ke$ha eben ist, glitzert schon bei den ersten Takten des Openers "Warrior" nicht nur der eng anliegende Bodysuit, sondern auch die Haut der gut gelaunten Sängerin. Ihre zwei stets präsenten Backgroundtänzer überzeugen zudem mit einer geübten Schwertchoreografie, und Ke$has wahre "Warriors" – eben ihre Fans – fressen der Entertainerin begeistert aus der Hand. Diese Mischung aus junger Madonna und Lady Gaga in Alltagskleidung ist auch jeglicher potenzieller Zielgruppe zugetan. Für die Disco-Sounds ("Crazy Kids", "We R Who We R") ist sie genauso zuständig wie für erdigen und überraschend stark vorgetragenen Rock ("Party At A Rich Dude's House", "Machine Love Gun").

Dazwischen streut Ke$ha so manch derben Spruch ("Ich mag Eier, die kleinen und die großen" oder "Ich war unlängst in einem Stripclub, dort sah ich sehr viele Titten und Ärsche") ins Publikum und konzentriert sich hauptsächlich auf laszive, nicht immer jugendfreie Bewegungen, mit denen sie die gute Stimmung noch stärker zum Kochen bringt. Auch an Spielzeug und Bühnenutensilien mangelt es nicht. Bei "Gold Trans Am" rekelt sie sich auf einem diamantförmigen Stahlgerüst, während "Take It Off" steckt sie ihren als Frauen verkleideten Tänzern Dollarscheine zu und lässt sich auch mal in ein Planschbecken voller Papierschnipsel schupfen. Sex, Disco, Glamour und Glitzer, wohin das Auge blickt.

Schabernack mit Mama
Bei einem derart bunten Programm geht fast unter, dass sich auch Ke$ha der Usus gewordenen Vorgehensweise moderner Popstars bedient und nicht gänzlich auf Playback verzichtet, auch wenn dies bei weitem nicht so offensichtlich hervorsticht wie etwa unlängst bei Rihanna. Zudem legt Ke$ha eine weitaus bessere Laune an den Tag und bietet motiviertes Entertainment in Reinkultur. Da Wien die letzte Tourstation ist, bleibt am Ende auch noch reichlich Zeit für Schabernack. So tanzt beim Charthit "Tik Tok" die gesamte Crew in Bieber- oder Löwenkostümen auf der Bühne, werden aufblasbare Delfine umhergeworfen, und selbst Ke$has Mutter (die bereits vorher stolz von ihrer Tochter vorgestellt wurde) lässt sich von dem bunten Treiben mitreißen und streift sich ein Stoff-Peniskostüm (!) über.

All das ergibt zusammengerechnet eine große Party, bei der Sex, Drugs und Techno-'n'-Roll im Vordergrund stehen, der tiefere Sinn aber im Unauffindbaren verborgen bleibt. Ist im Endeffekt aber auch egal, denn die Twitter-Königin steht nun einmal für gute Laune und Ausgelassenheit, wofür an diesem Abend im Übermaß gesorgt wird. Konzentriert sich die Gute künftig wieder mehr auf das Schreiben von Hitsingles als auf das öffentliche Publikmachen von Liebesgeschichten, Urintrink-Erlebnissen oder im Bett gefundenen Schamhaaren, könnte die Entertainerin auch wieder die Hallen füllen. Übrigens - direkt nach der Show ließ sich Ke$ha vom irisch-wienerischen Tattoo-Künstler Danny Bullman ein neues Motiv am Fuß verewigen.

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