Do, 23. November 2017

Mord, Leichen & Co.

19.07.2013 17:00

Notar trotz Stalking und „Wahnideen“ offiziell im Dienst

Er hat eine Künstlerin gestalkt, vermutete in einer Richterin die Auftragstäterin eines Mordkomplotts und fantasierte von Sadistenzirkeln und Leichen, die in Hackschnitzelheizungen verschwinden - selbst ein Gutachter beschied einem Notar aus Niederösterreich "Wahnphänomene". Aber: Doktor H. ist immer noch offiziell im Dienst.

Es muss eine Horrorwelt sein, in der Doktor H. lebt, eine voller Mordkomplotte, versteckter Wanzen und Richterinnen als Auftragstäter - bloß: Es ist nicht die Welt, in der wir leben.

Doktor H. hat psychische Probleme, das bescheinigt ihm auch ein Gutachter, der von "deutlichen Wahnphänomenen" schreibt und "anhaltend wahnhaften Störungen" mit "Wahnideen". So viel Wahnsinn also, aber der größte ist der, dass ausgerechnet dieser Mann - der professionelle Hilfe bräuchte - immer noch seinen Dienst ausübt. Als Notar und Gerichtskommissär.

Notariatskammer holt Gutachten ein
Der Notar lauerte etwa einer Künstlerin vor deren Wohn- und Arbeitsstelle auf, schrieb ihr Briefe und wickelte sich, nachdem ein Betretungsverbot gegen ihn erwirkt worden war, in eine Decke ein, um nicht erkannt zu werden - was dann aber trotzdem geschah.

In der Notariatskammer ist der Fall bekannt, Generalsekretär Christian Sonnweber: "Wir haben ebenfalls ein Gutachten in Auftrag gegeben, um zu klären, ob er wegen geistiger Gebrechen zur Führung seines Amtes bleibend unfähig geworden ist. Bis dahin bleibt er natürlich als Notar tätig."

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