Fr, 24. November 2017

Kurioser Fall

16.07.2013 10:46

US-Amerikaner verklagt Apple wegen Pornosucht

Weil ihn sein MacBook Pro in die Pornosucht getrieben haben soll, hat ein 36-jähriger US-Amerikaner Apple auf Schadenersatz geklagt. Über 75.000 US-Dollar (57.000 Euro) fordert Chris Sevier aus Tennessee von dem kalifornischen Konzern in seiner Klageschrift, die an Skurrilität kaum zu überbieten ist.

Eigentlich wollte Sevier mit seinem neuen MacBook Pro hauptsächlich Musik machen und gelegentlich durchs Internet surfen, wie er in seiner 50-seitigen Klageschrift schildert. Eines Tages sei er jedoch versehentlich statt auf facebook.com auf dem weniger jugendfreien Ableger fuckbook.com gelandet. Die dortigen Illustrationen hätten ihn als "Mann biologisch angeregt", schreibt er, und dazu geführt, dass er "Cyber-Schönheiten seiner Frau vorzog, was zum Scheitern der Ehe führte".

"Neuverkabelung" des Gehirns durch Pornografie
Sevier, der laut eigenen Angaben zuvor noch nie mit Pornografie in Berührung gekommen war, sei schließlich süchtig danach und depressiv geworden, was wiederum zu einer Arbeitsunfähigkeit führte. Die Schuld daran trägt nach Auffassung des Klägers einzig und allein Apple: Niemand im Apple Store habe ihn gewarnt, dass der Blick auf pornografische Bilder und Videos zu einer Sucht führen könnte oder dass das Gerät den Zugriff auf Inhalte ermöglichen würde, die eine "Neuverkabelung" seines Gehirns bedingten, die letztlich zum Untergang seiner Familie, Arbeitslosigkeit und unerwünschten Änderungen seines Lebensstils führte, so Sevier.

Apple soll Geräte nur noch mit "Porno-Filter" ausliefern
Der 36-Jährige fordert daher nun von Apple, dass das bislang stets als familienfreundlich auftretende Unternehmen sämtliche Geräte mit einem "Porno-Filter" ausstattet. Nur wer den Beweis der Volljährigkeit erbringe und bei Apple ein Passwort anfordere, solle diese Sperre aufheben können, fordert Sevier und verweist dabei auf erfolgreiche Klagen gegen McDonald's. Die Fast-Food-Kette habe nach Klagen wegen Fettleibigkeit schließlich auch ihr Angebot geändert. Apple solle nun als Vorbild für andere Hardware-Hersteller dienen, schreibt Sevier und verspricht, seine Klage zurückzuziehen, falls Apple außergerichtlich der Einführung eines "Safe-Mode" zum Schutz vor Pornografie zustimmen sollte.

Seriöse Klage oder genialer PR-Coup?
In der Klageschrift verweist Sevier auch auf ein Video seiner Band "Ghost Wars", das sämtliche Anklagepunkte musikalisch zusammenfasst. Im dazugehörigen Info-Text auf YouTube bekräftigt Sevier seine Forderung nach einem Porno-Filter und verweist dabei auf die Website yourbrainonporn.com, der zufolge die Evolution das menschliche Gehirn nicht auf die heutige Internet-Pornografie vorbereitet haben soll. Ob Sevier das alles ernst meint oder nicht doch vielleicht bloß die Werbetrommel für seine Band rühren möchte, ist nicht bekannt. Auch nicht, wie seine Chancen auf Erfolg vor Gericht stehen. Apple selbst hat sich zu der kuriosen Causa jedenfalls noch nicht geäußert.

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