Sa, 16. Dezember 2017

Streit mit Rathaus

09.07.2013 08:41

WTV bekräftigt Forderung nach mehr Geld

Der Wiener Tierschutzverein hat am Montag seine Forderung nach einer "Anpassung" des Leistungsvertrages mit der Stadt bekräftigt. "Ja, wir wollen mehr Geld", sagte Vereinspräsidentin Madeleine Petrovic in einer Pressekonferenz. Einen Betrag wolle sie - angesichts der Verhandlungen mit dem Rathaus - nicht nennen.

Derzeit überweist die Stadt 750.000 Euro pro Jahr, berichtete Petrovic. Die Kosten würden sich insgesamt auf rund 5 Millionen Euro pro Jahr belaufen. Inzwischen habe sich die Verweildauer der Tiere im Vösendorfer Tierschutzhaus, das vom WTV betrieben wird, erhöht. Das hat laut Petrovic vor allem zwei Gründe: Zum einen würden immer mehr kranke Tiere importiert, die nicht leicht vermittelt werden könnten. Und auch der Hundeführschein habe dafür gesorgt, dass diese kaum mehr neue Besitzer finden würden.

Tiere werden weiterhin aufgenommen
Der Vertrag mit der Stadt wurde per 1. Jänner 2014 gekündigt. Wobei Petrovic aber betonte: Einstellen wolle man die Aufnahme von Fundtieren oder beschlagnahmten Tieren nicht. Auch wenn das Haus - gerade derzeit in der Urlaubszeit - an die Grenzen seiner Kapazitäten stoße: "Wir sind im Moment randvoll." 1.800 Tiere sind in Vösendorf untergebracht, vor allem Hunde und Katzen, aber auch einige Exoten. Erst vor drei Tagen sei eine Baby-Boa-Constrictor gefunden worden. Kritik, dass der Verein sich auch um solche Arten kümmert, wies sie zurück: "Wohin sollen die denn sonst?"

Bauzustand verschlechtert sich "rapide"
Längst werden im Tierschutzhaus auch Pläne für eine Übersiedelung und einen Neubau gewälzt. Denn das Haus befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Raffinerie. Die nicht beseitigte Altlast ist überall präsent: Teer quillt aus dem Boden, Mauern sind sichtlich beschädigt. Der Bauzustand des Tierschutzhauses verschlechtere sich derzeit "rapide", wie Petrovic beklagte.

Neues Grundstück vom WTV abgelehnt
Auch in diesem Zusammenhang befindet man sich in Gesprächen mit der Stadt, die auch bereits ein neues Grundstück angeboten hat. Der WTV zeigt sich davon aber wenig begeistert - da dort Wohnhäuser sehr nahe liegen würden, wie die Vereinspräsidentin berichtete. Eine Sanierung der derzeitigen Liegenschaft kommt laut Petrovic nicht infrage. Die Kosten dafür seien zu hoch. Die Beseitigung der giftigen Altlast würde laut derzeitigen Schätzungen 100 Millionen Euro kosten.

ÖVP befürchtet Benachteiligung des WTV
Dass die Stadt eine eigene Tierschutzeinrichtung - das "TierQuarTier" - baut, stört die Chefin des Tierschutzvereins nicht, wie sie erklärte: "Zwei Tierheime für Wien sind sicher nicht zu viel." Das Quartier soll 2015 in der Donaustadt eröffnet werden. Karin Holdhaus, Umweltsprecherin der ÖVP Wien, dazu: "Die im Raum stehenden Befürchtungen, dass die finanziellen Mittel vorwiegend ins neue 'TierQuarTier' fließen und dadurch der WTV benachteiligt wird, müssen ausgeräumt werden. Dieser Konflikt darf nicht auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werden."

SPÖ: "Wohl der Tiere steht im Vordergrund"
"Das Wohl der Tiere steht für die Stadt Wien im Vordergrund", kommentiert der Wiener SPÖ-Tierschutzsprecher Gerhard Spitzer die Aussagen des WTV. Dabei sei es mehr als seltsam, dass der WTV über die Medien ausrichte, was er will, für ein persönliches Gespräch aber seit einer Woche nicht zur Verfügung stehe, so Spitzer. Auch die Diskussion rund um das angebotene Grundstück kann er nicht verstehen: "Es erfüllt alle Anforderungen des WTV: Es ist 30.000 Quadratmeter groß, liegt in Vösendorf, ist öffentlich angebunden und hat keine Altlasten", wundert sich Spitzer über die
Ablehnung.

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