So, 19. November 2017

„Vier Pfoten“-Projekt

10.07.2013 08:10

Unterwegs mit dem „Streunerkatzen-Mobil“

Sie leben in fremden Gärten, Baugebieten oder Kleingartenanlagen, sind scheu, wild und herrenlos: Streunerkatzen sind längst kein südeuropäisches Phänomen mehr. Auch in Wien steigt die Population stetig an. krone.tv begleitete das "Streunerkatzen-Mobil" der "Vier Pfoten" bei der Arbeit.

Das gemeinsame Projekt der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und der Stadt Wien zielt darauf ab, so viele Straßenkatzen wie möglich zu kastrieren und damit die Anzahl der Streuner dauerhaft zu verringern. Dafür wurden die Tierschutz-Experten von der Stadt Wien mit einem "Streunerkatzen-Mobil" ausgestattet, mit dem sie die Tiere zu Tierärzten bringen und im Anschluss an die Versorgung wieder in ihr Revier zurückbringen.

800 Kastrationen bis Jahresende
Bis zum Jahresende sollen so rund 800 Katzen kastriert werden. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre ausgerichtet, danach wird evaluiert, ob weitere Maßnahmen nötig sind. "Unsere jahrelange internationale Erfahrung zeigt, dass die einzig sinnvolle und humane Methode, das Wachstum der Streunerkatzen-Kolonien einzudämmen, die Kastration sowohl von männlichen als auch weiblichen Katzen ist", so Kampagnenleiterin Nikola Furtenbach.

"Sie haben alle einen Namen"
Über 200 Katzenfreunde unterstützen derzeit das Projekt durch Füttern und Beobachten der Katzen. Sie melden auch Neuzugänge und leisten so einen wertvollen Beitrag im Sinne des Tierschutzes. Eine von ihnen ist Tina Schilling: Sie füttert seit sechs Jahren zweimal täglich "ihre" Streunerkatzen, das Futter bezahlt sie selbst. "Sie haben alle Namen", lächelt Schilling. "Leider stoßen unsere Bemühungen bei vielen Menschen auf Unverständnis. Aber ich bin froh, dass es diese tolle Initiative zum Wohle der Katzen gibt!"

Streuner werden wieder freigelassen
Da man "echte" Streunerkatzen, also jene, die bereits in der Natur geboren wurden und nicht auf den Menschen sozialisiert wurden, nicht mehr an eine Wohnungshaltung gewöhnen kann, werden sie nach der Kastration wieder in ihrem Revier freigelassen. Für die kalten Wintermonate hat Tierschutzstadträtin Ulli Sima gemeinsam mit der Tierschutzombudsstelle letzten Winter "Katzenhotels" bauen lassen, wo die Tiere bei kalten Temperaturen Unterschlupf finden.

Nach dem Fang zum Tierarzt
Stefan Hnat koordiniert das Streunerkatzen-Projekt in Wien und zeigt uns, wie die Vierbeiner eingefangen werden. "Wir füttern nur die bereits kastrierten Tiere, damit die anderen noch hungrig sind und in die Falle gehen. Die Käfige sind abgedeckt, um den Katzen nicht noch mehr Stress zu bereiten. Ich suche dann vor Ort gleich nach einem Chip." An diesem Vormittag fangen wir nur einen Stubentiger – der Kater wird umgehend mit dem "Streunerkatzen-Mobil" zur Veterinärin gebracht.

Viele ehrenamtliche Unterstützer
Das ehrenamtliche Engagement jener Tierärzte, die als Partner in das Projekt eingebunden sind, ist besonders hervorzuheben: "Sie arbeiten ohne Entgelt, um uns zu unterstützen, dafür möchten wir ihnen allen herzlich danken", freut sich Nikola Furtenbach. So auch Sabine Pflügler von der Kleintierambulanz Favoriten. Sie begutachtet den von uns mitgebrachten Kater, setzt ihm einen Mikrochip ein und rasiert ihm die Schwanzspitze. "Damit man ihn die Mitarbeiter später wiedererkennen", erklärt sie. Der Kater wird noch am selben Abend in seinem gewohnten Revier freigelassen.

"Vier Pfoten" bitten um Mithilfe der Bevölkerung
Die Tierschützer bitten all jene Wiener, die Streunerkatzen-Standorte melden möchten, die eigens dafür eingerichtete "Streunerkatzen-Hotline" 0664 45 22 430 anzurufen. Die Hotline ist Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr und Freitag von 9 bis 12 Uhr besetzt. Außerdem kann man sich per E-Mail unter streunerkatzen@vier-pfoten.org an die Projektmitarbeiter der "Vier Pfoten" wenden.

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