Do, 23. November 2017

‚Vier Pfoten‘-Rettung

08.07.2013 15:01

„Restaurant-Bären“ erholen sich von ihren Qualen

Die von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" aus schlimmsten Bedingungen geretteten 13 "Restaurant-Bären" sind alle wohlauf und erholen sich allmählich von ihren körperlichen und seelischen Wunden in den mehrere hundert Quadratmeter großen Eingewöhnungsgehegen des neuen "Vier Pfoten"-Bärenwaldes Prishtina im Kosovo. Dort spüren sie zum ersten Mal im Leben Gras unter den Pfoten und können baden, graben, spielen und sich zurückziehen.

Biologen und Tierpfleger der Organisation arbeiten seit Wochen intensiv mit den traumatisierten Bären, um ihre Eingewöhnung so angenehm wie möglich zu gestalten. Mehrmals am Tag verwöhnen die Pfleger die ehemaligen "Restaurant-Bären" mit reichhaltigem Futter und verstecken Leckereien im Gehege, um die Suche nach Nahrung für die Tiere abwechslungsreich zu gestalten.

Bären auf dem Weg der Besserung
Die Experten beobachten ihre Verhaltensweisen genau, um die individuellen Charakterzüge und Bedürfnisse eines jeden Tieres kennenzulernen. "Wir freuen uns, dass alle unsere Bären auf dem Weg der Besserung sind", erklärt "Vier Pfoten"-Projektleiter und Bären-Experte Carsten Hertwig. "Ihr Fell glänzt inzwischen, sie haben guten Appetit, baden regelmäßig und spielen."

Befreiung im Frühjahr
Alle 13 Bären stammen aus extrem schlechter Haltung. Sie lebten jahrelang in viel zu kleinen Gitterkäfigen neben Restaurants. Ein Notfall-Rettungsteam der Tierschutzorganisation hatte sie im März und Mai 2013 gemeinsam mit dem kosovarischen Umweltministerium, der Polizei und der KFOR befreit und in den "Vier Pfoten"-Bärenwald überführt.

Mangelernährung und Bisswunden
Die meisten von ihnen waren mangelernährt, einige hatten Bisswunden von ihren Artgenossen, mit denen sie auf engem Raum vegetierten. Bär "Stivi" ist aufgrund schlimmer Wunden an den Augen sogar erblindet. Einige Bären zeigen außerdem massive Verhaltensstörungen, bedingt durch die nicht artgemäßen Lebensbedingungen vor ihrer Rettung. "Manche laufen mehrere Stunden am Tag immer wieder die gleiche kurze Wegstrecke ab", sagt Carsten Hertwig. "Aus Erfahrung wissen wir, dass viele Bären diese Stereotypien recht schnell ablegen, andere aber Monate oder sogar Jahre brauchen."

Freigehege werden errichtet
Die "Vier Pfoten" bauen derzeit auf einem Areal von mehreren Hektar große, naturnahe Freigehege für alle 13 ehemaligen "Restaurant-Bären". Im kommenden Herbst dürfen sie dann ihr endgültiges Zuhause beziehen. "Durch die abwechslungsreiche Landschaft innerhalb der Freigehege werden unsere Bären ihre natürlichen Instinkte wieder aktivieren", so Carsten Hertwig. "Und wir hoffen, dass sie dann ihre Verhaltensstörungen allmählich abbauen."

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