Do, 23. November 2017

Ukraine-Einsatz

08.07.2013 09:42

Streunerhilfe geht auch ein Jahr nach der EM weiter

Die internationale Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" setzt das im April 2012 begonnene Streunerhilfe-Projekt in der Ukraine auch ein Jahr nach der EM fort und zieht weitestgehend positive Bilanz: In elf ukrainischen Städten konnten bisher insgesamt 10.000 Streunerhunde in den mobilen Tierambulanzen kastriert, geimpft, medizinisch versorgt und in ihren Revieren wieder freigelassen werden. Derzeit arbeitet ein Team mit zwei Tierambulanzen in der Stadt Zhytomyr.

Die Teams der "Vier Pfoten" - bestehend aus Tierärzten, Tierpflegern und freiwilligen Helfern - waren bereits in den Städten Dolynska, Donetsk, Kiew, Lemberg, Lutsk, Mykolajiw, Myrnyi, Saporischja, Yevpatoria, Yuzhnoukrainsk und Zhytomyr erfolreich im Einsatz. Anlass dieses groß angelegten Streunerhilfe-Projekts waren die systematischen Tötungen von Hunden in der Ukraine als Vorbereitung auf die EURO 2012, die weltweit für Empörung gesorgt hatten.

Tötungs-Stop vertraglich zugesagt
Alle elf ukrainischen Städte haben mit den "Vier Pfoten" einen Kooperationsvertrag unterschrieben. Mit der Vertragsunterzeichnung verpflichteten sie sich, die Tötungen ab sofort offiziell zu stoppen. Projektleiter Amir Khalil ist zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. "Obwohl die Fußball-EM längst der Vergangenheit angehört und die Weltöffentlichkeit nicht mehr auf die Situation der Streunerhunde in der Ukraine blickt, setzen wir unsere Projektarbeit in Kooperation mit den Stadtverwaltungen und der lokalen Bevölkerung im Sinne des Tierschutzes fort", sagt Khalil.

Anfragen von 33 Städten
"Die Tatsache, dass wir von 33 weiteren Städten Kooperationsanfragen haben, bestätigt den Erfolg unserer Arbeit, zeigt aber auch, dass es nicht nur noch viel zu tun gibt, sondern vor allem strukturelle Maßnahmen innerhalb der Stadtverwaltungen notwendig sind, um die Probleme langfristig zu lösen.“

Stadt Charkiw hält an Tötungen fest
Der Erfolg wird aber auch getrübt. Im Gegensatz zu den 33 Städten, die sich eine Kooperation wünschen, hält die Stadt Charkiw weiterhin an den systematischen Hundetötungen von offizieller Hand fest und verweigert die Zusammenarbeit mit der Tierschutzorganisation. "Diese Vorgehensweise zur Reduzierung der Streunerpopulationen ist für uns inakzeptabel", so Khalil. "Die Kastration der Streuner ist die einzig humane Methode zur Geburtenkontrolle. Wir haben mit der Stadt Charkiw monatelang verhandelt, aber leider ohne Erfolg."

Illegale Tötungen auch in Kiew
Aber auch in Kiew kam es in den vergangenen Wochen wieder zu mehreren illegalen Hundetötungen. Privat organisierte Hundekiller vergifteten grausam auch von den Tierschützern kastrierte Streunerhunde und bedrohten die Helfer. "Wir sind sehr traurig darüber, dass diese hasserfüllten Privatpersonen unschuldige Tiere umbringen", betont Khalil. "Das ist in der Ukraine gesetzlich verboten und damit kriminell. Wir erwarten von der Stadt Kiew, dass sie alles daran setzt, gegen die für die Hundetötungen verantwortlichen Personen vorzugehen und den Schutz für die Hunde zu erhöhen."

Arbeit in Kiew vorerst eingestellt
Obwohl die Stadt Kiew offiziell mit den "Vier Pfoten" kooperiert, haben Khalil und sein Team ihre Arbeit dort bis auf Weiteres eingestellt, um sich auf Städte zu konzentrieren, die gewährleisten können, dass sowohl die Tierschützer als auch die Streuner nicht zur Zielscheibe Krimineller werden.

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