Mi, 13. Dezember 2017

"Schön geformt"

27.06.2013 08:57

Opfer (63) bekam nach Hundeattacke ein neues Ohr

Der 63-jährige Oberösterreicher Erich S., dem bei einer Hundeattacke Ende Dezember 2012 im Bezirk Freistadt das linke Ohr teilweise abgebissen worden war, hat nun ein neues bekommen. Ärzte des Linzer Allgemeinen Krankenhauses fertigten in zwei Operationen aus einem Rippenknorpel eine Gehörmuschel. "Jetzt hab' ich wieder einer Ohrmuschel", freute sich der 63-Jährige.

Der Vorfall geschah am 29. Dezember, als der Mühlviertler der Mutter der Hundebesitzerin bei der Reparatur eines Autos helfen wollte. Plötzlich wurde der 63-Jährige von den drei Schäferhund-Dobermann-Mischlingen attackiert. Als die Halterin nur wenig später dazwischenging, ließen die Vierbeiner zwar von dem Oberösterreicher ab, er war aber bereits schwer am Ohr verletzt.

"Die Hunde haben mich ja überall gebissen, die Ferse zerfetzt, in die Wade gebissen und in die Seite, bei der Niere. Das Ohr haben sie gefressen", erzählte der Mann gegenüber der "Krone".

Ohr aus Rippenknorpel geformt
Dass er heute wieder eine Ohrmuschel hat, verdankt der Mann dem plastischen Chirurgen Georg Huemer vom Linzer AKH (links im Bild). Im Jänner entnahm dieser seinem Patienten in einem dreistündigen Eingriff ein etwa zehn Zentimeter großes Stück Rippenknorpel, formte daraus eine Muschel und setzte es am Kopf von Erich S. ein.

Vergangene Woche kam der Patient ein zweites Mal unter das Messer. Diesmal wurde die bisher flach anliegende Ersatz- Ohrmuschel aufgerichtet und an der Rückseite mit Haut bedeckt. Nun ist die Rekonstruktion abgeschlossen. Das Gehör blieb sowohl bei dem Unfall als auch durch die Eingriffe weitgehend unbeeinträchtigt.

"Jetzt hab' ich wieder eine Ohrmuschel. Sie ist schon recht schön geformt. Der Doktor hat sie zuerst am Kopf angenäht, damit der Knorpel aus der Rippe anwachsen kann. Jetzt hat er die Muschel nach vorn gerückt. Die Ohrmuschel ist schon wichtig, zum Beispiel, wenn ich eine Brille tragen muss", so der 63-Jährige.

Vergessen kann das Bissopfer den schrecklichen Vorfall trotz neuem Ohr nicht: "Wenn ich schlecht schlafe, sind sie auf einmal wieder da, da kommen sie mir unter, da reißt es mich."

Juristisches Nachspiel für Hundebesitzerin
Für die Hundehalterin hatte die Angelegenheit ein juristisches Nachspiel im Bezirksgericht Freistadt. Das Verfahren dürfte aber mit einer Diversion enden - Voraussetzung ist, dass sie eine Geldbuße von 1.800 Euro bezahlt. Die Versicherung der Frau leistete dem Bissopfer 3.000 Euro Teilschmerzensgeld.

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