So, 19. November 2017

Metal in der Arena

24.06.2013 01:30

Hatebreed und Unearth sorgten für nasse Wände

Schwere Riffs, polternde Drums und aggressiver Gesang – die Wiener Arena verwandelte sich Sonntagabend in ein Tollhaus musikalischer Brutalität. Die beiden amerikanischen Szenegrößen Hatebreed und Unearth geleiteten die Anwesenden in der gut gefüllten Location mit zentnerschweren Hardcore/Metal-Klängen in eine neue Arbeitswoche.

Während auf der Donauinsel die britischen Synthie-Pop-Durchstarter Hurts das dreitägige Festival mit postmodern-sanften Klängen beenden, tropft im großen Saal der Wiener Arena der Schweiß von der Decke. Mit Hatebreed und Unearth haben sich zwei amerikanische Topvertreter der schwermetallischen Zunft zusammengetan, um den Fans zusätzlich zu den sommerlichen Temperaturen noch weiter anzuheizen.

Der kleine, aber feine Unterschied
Fälschlicherweise werden beide Hauptacts immer wieder in das Metalcore-Korsett gesteckt, doch vor allem die New Yorker Hatebreed sind mit ihrer unvergleichlichen Bühnenpräsenz und den kellertief gestimmten Gitarren eine Hardcore-Band mit Metal-Einflüssen. Es gibt den Unterschied eben doch. Aus knapp 20 Jahren Bandgeschichte lassen sich schon viele Hits zusammensammeln, und Frontmann Jamey Jasta – ehemaliger Moderator der MTV-Kultsendung "Headbangers Ball" – weiß diese auch mit viel Charme und Witz ins Rund zu brüllen.

Auch wenn die Songs des brandneuen Albums "The Divinity Of Purpose" einen hohen Qualitätslevel aufweisen, sind es vor allem die punktiert-krachenden Songs des Überalbums "Perseverance", die für den größten Zuspruch sorgen. "Proven", "A Call For Blood" oder "I Will Be Heard" – allesamt sozialkritische Wutklumpen mit memorablen Riffs und eingängigen Breakdowns. Frontmann Jasta zeigt sich nicht nur mit einer roten Bandana stilecht, sondern auch mit der für die Hardcore-Szene durchaus üblichen Freundlichkeit, die für Auflockerung des harten Programms sorgt.

Kein Kindergeburtstag
Er lobt das immer schon großartige österreichische Publikum, erinnert sich an einen guten Auftritt beim Nova Rock und huldigt vor allem seinen Helden und Karriereweg-Mitbereitern Slayer, denen Hatebreed mit dem pfeilschnellen "Ghosts Of War" auch Tribut zollen. Im Zuschauerraum nehmen die Mosh- und Circlepits derweil kein Ende, zu hoch sind heute Hitdichte und Spielfreude der vortragenden Headliner. Da es bei einem Hatebreed-Gig durchaus ruppiger zugehen kann, ist der Blutzoll – im wahrsten Sinne des Wortes – relativ hoch.

Die Jungs geben aber keine "Empty Promises", sondern jagen mit "Last Breath", "Live For This" oder "Indivisible" Thrash- und Punk-lastige Stampfer im Stakkato-Takt durch die Marshall-Boxentürme. Die tief gestimmten Gitarren werden mit Doublebass-Teppichen und Jastas szenetreuer Attitüde verstärkt, zum Durchatmen und ruhig stehen bleiben ist im Publikum ja schließlich auch später noch genug Zeit.

Mehr Melodie im Vorfeld
Bereits davor erwiesen sich Unearth als die perfekten Anheizer dieses schweißtreibenden Abends. Im Gegensatz zu ihren Freunden von Hatebreed, sind Unearth weitaus stärker in Melodien verwurzelt, lassen immer wieder Raum für ausladende Gitarrensoli und sind überhaupt stärker darauf bedacht, den einzelnen Songs mehr Unterscheidungsmöglichkeiten einzuräumen.

Das geht im Endeffekt zwar zulasten einer wirklich kompakt-ruppigen Show, lässt aber vor allem bei Songs wie "Endless" oder dem hervorragenden "Black Hearts Now Reign" auch mal die Kinnlade ob der technischen Fertigkeiten nach unten klappen. Mal eine andere Art, in eine neue Arbeitswoche zu rutschen.

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