Sa, 25. November 2017

Golan-Abzug

21.06.2013 19:28

Klug kritisiert UNO: „Ihre Unterstützung war mager“

Verteidigungsminister Gerald Klug hat den umstrittenen Abzug der österreichischen Blauhelme vom Golan erneut verteidigt - und seinerseits Vorwürfe gegen die UNO erhoben: "Wir haben die Vereinten Nationen seit zwei Jahren wiederholt darauf hingewiesen, dass die konkrete Lageentwicklung und das Mandat der Blauhelme immer weiter auseinanderdriften." Auch habe man "deutlich gemacht, dass zusätzliche Schutzvorkehrungen für die Soldaten notwendig sind", so Klug, der resümierte: "Die Unterstützung der Vereinten Nationen war mager."

"Mit Wahlkampf hat das nichts zu tun. Ich habe meine Ressortverantwortung wahrgenommen", entgegnete der Minister in den "Vorarlberger Nachrichten" (Wochenendausgabe) entsprechende Deutungen des mancherorts als überstürzt kritisierten Abzuges. "Die Vereinten Nationen haben auf unsere Anregungen bedauerlicherweise nur spärlich bis gar nicht reagiert. Sie hätten diese Entwicklung daher absehen können."

Gespräche mit UNO über Material und Personal
Im ORF-Radio-"Abendjournal" bestätigte Klug am Freitagabend, dass Österreich in den derzeit laufenden Verhandlungen mit der UNO sowohl über die Überlassung von Material spricht als auch über die Möglichkeit, dass ein kleiner Teil an Logistik- und Sanitätspersonal etwas länger bleibt als der Rest der Truppe. Dieser soll wie geplant mit Monatsende heimkommen.

Er gehe nach wie vor davon aus, "dass Ende Juni der überwiegende Teil unserer Soldaten zurückversetzt wird", erklärte Klug. In der Frage, ob ein kleiner Teil länger bleiben soll - weil etwa die gesamte Golan-Truppe ohne Österreicher kein medizinisches Personal mehr hätte - meinte Klug: "Hier bemühen wir uns sehr um eine konsensuale Vorgangsweise."

Begehrte Pandur-Radpanzer bleiben nicht am Golan
Auch bei der Frage, was den Nachfolgern - vermutlich Soldaten von den Fidschi-Inseln - an Material überlassen werden soll, will Österreich der UNO teilweise entgegenkommen: So sollen laut Klug Schneemobile (die Beobachtungsstelle am Berg Hermon liegt auf fast 2.400 Meter Höhe) und medizinisches Material am Golan gelassen werden - keinesfalls aber die begehrten Pandur-Radpanzer, Nachtsichtgeräte oder "sensible Informations- oder Kommunikationstechnologie".

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden