Mo, 23. Oktober 2017

Nach Erdogan-Sager

18.06.2013 07:42

Applaus von FPÖ für Dönmez, Drohungen im Netz

Während Grünen-Bundesrat Efgani Dönmez auch in der "ZiB 24" seine provokante Aussage zu den Solidaritätskundgebungen von Anhängern des türkischen Premiers Recep Tayyip Erdogan in Wien verteidigt hat und dafür von den Blauen Applaus erntet, finden die Grünen selbst überhaupt keinen Gefallen an der Wortspende ihres Bundesrates. Von der türkischen Community kommen gar Rücktrittsaufforderungen.

Bereits am Montag hatte Bundessprecher Stefan Wallner die Aussagen "auf das Schärfste" zurückgewiesen. Der Landessprecher der Wiener Grünen, Georg Prack, kommentierte Dönmez' Idee, wonach Austro-Türken, die Erdogans autoritären Führungsstil unterstützten, mit einem "One-Way-Ticket" wieder in die Türkei zurückgeschickt werden sollten, indes auf Twitter knapp mit "Fuck You".

Morddrohungen gegen Dönmez
Zwar sah Dönmez ein, dass seine Formulierung ein wenig "überspitzt" gewesen sei, doch im "ZiB 24"-Interview setzte er dann sogar noch einen drauf und warnte vor einem "verlängerten Arm" der türkischen Regierung in Österreich. Auch durch Morddrohungen im Internet, von denen Dönmez im ORF-Interview sprach, lässt sich der grüne Bundesrat nicht beirren. Er habe bereits den Verfassungsschutz informiert.

Türkische Community fordert Rücktritt
Die türkische Community fordert mittlerweile den Rücktritt des grünen Bundesrates. "Wir, die türkische Community, wollen dass Sie zurücktreten", so Fatih Köse, Sprecher von "New Vienna Turks". Auch viele Österreicher und viele Angehörige von Völkern vom Balkan würden Dönmez' Rücktritt fordern.

Köse verteidigte weiters das Vorgehen des islamisch-konservativen Ministerpräsidenten gegenüber den Demonstranten in der Türkei. Wenn eine Demonstration ihren Charakter nicht wahre, müsse "irgendwann Schluss sein", meinte er. "Die Regierung greift ein, aber human." Es habe zwar einige Tote gegeben, räumte Köse ein, aber die Polizeieinsätze seien auf "europäischem Niveau". Das Militär habe nicht eingegriffen.

Terrorismusexperte verteidigt Dönmez
Amer Albayati, Mitbegründer der Initiative Liberaler Muslime Österreich, verteidigte Dönmez. Dessen "überspitzt getätigte Aussage" spiegle die Befürchtungen der meisten Muslime in Österreich wider. Der seit Jahren steigende Einfluss der sogenannten Vereine und NGOs, welche als politischer Arm der Türkei und anderen muslimischen Ländern tätig seien, stelle eine Gefahr für die österreichische Bevölkerung und das friedliche Miteinander dar, so der Islam- und Terrorismusexperte Albayati.

FP-Kickl: "Lupenreine demokratische Haltung"
Auch von der FPÖ kam Applaus zu den umstrittenen Aussagen des Grünen. Generalsekretär Herbert Kickl zollte Dönmez Respekt wegen seiner "lupenreinen demokratischen Grundhaltung". Kickl forderte Dönmez auf, "sich zu überlegen, ob die Grünen tatsächlich seine politische Heimat sind".

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).