Sa, 18. November 2017

„Vernetzte Täter“

13.06.2013 14:48

Schlepperbande zerschlagen: 14 Festnahmen in Ö

Der Kärntner Exekutive ist ein Schlag gegen eine Schlepperbande gelungen. 14 mutmaßliche Täter wurden am Dienstag in Wien und Oberösterreich festgenommen. Am Donnerstag gab Michaela Kohlweiß (Bild Mitte), Landespolizeidirektorin in Kärnten, bekannt, dass von bis zu 1.000 geschleppten Menschen aus der Türkei und aus Syrien auszugehen sei.

Die seit März unter dem Namen "AG Bucco" laufenden Ermittlungen wurden unter Kärntner Leitung geführt. Bei den Hausdurchsuchungen und Zugriffen waren rund 100 Beamte der Landeskriminalämter Kärnten, Wien, Burgenland und Oberösterreich im Einsatz. 13 Personen gingen der Exekutive in Wien ins Netz, eine weitere in Oberösterreich.

Insgesamt 60 Schleppungen mit bis zu 300 Menschen wurden der in Österreich tätigen Gruppe türkisch-kurdischer Herkunft bereits nachgewiesen. Gerald Tatzgern (im Bild links), Leiter der Zentralstelle Menschenhandel im Bundeskriminalamt, sprach bei den in Österreich und Ungarn Verhafteten von einem "lockeren Verband von Organisationen, die logistisch zusammenarbeiten".

Preise von 5.000 bis 9.000 Euro
Bei den fünf österreichischen und neun türkischen Staatsangehörigen im Alter von 26 bis 44 Jahren wurden Computer sichergestellt. Auf 5.000 bis 9.000 Euro beliefen sich die Preise. Die Menschen wurden über Slowenien oder Italien nach Österreich geschleust, die klassische "Balkanroute" wurde aber ebenso genutzt.

Die Einnahmen aus den nachgewiesenen illegalen Einreisen beliefen sich auf rund zwei Millionen Euro. Für die vermuteten 1.000 geschleppten Menschen sollen die Kriminellen laut Kohlweiß, die von "immer mobileren und vernetzteren Tätern" sprach, rund sieben Millionen Euro kassiert haben.

Lebensgefährliche Umstände bei Schleppungen
Der Großteil der Schleppungen erfolgte in Kleinbussen oder Autos unter teilweise lebensgefährlichen Umständen. Wer mehr Bares zahlte, konnte aber auch per Flugzeug und mit gefälschten Dokumenten in das Zielland reisen - neben Deutschland und Italien etwa auch Frankreich oder Schweden.

Die laufenden Ermittlungen - ein Verdächtiger der österreichischen Tätergruppe wird noch per Haftbefehl im Ausland gesucht - werden in Kooperation mit den türkischen Behörden geführt, sagte Tatzgern. Man gehe davon aus, dass sich weitere Hauptverantwortliche der Schlepperorganisationen in der Türkei aufhalten und seit Jahren für Schleppungen nach und über Österreich verantwortlich sind.

Acht Verdächtige in Ungarn verhaftet
Zeitgleich zu den Ermittlungen in Österreich gab es auch in Ungarn Hausdurchsuchungen bei Angehörigen einer weiteren Organisation, wobei es zu acht Verhaftungen kam. Operationsbasis der sich nahestehenden Schleppereinheiten war jeweils die Türkei. Die Geschleppten stammen in diesem Fall vor allem aus Afghanistan und Pakistan.

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