Di, 21. November 2017

‚Perfide und grausam‘

11.06.2013 13:55

26-Jähriger tötete Freundin mit Axt: Lebenslange Haft

Wegen Mordes an seiner Freundin ist ein 26-Jähriger am Dienstag in St. Pölten zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Mann hatte im Oktober des Vorjahres die fünf Jahre jüngere Frau mit einer Axt erschlagen, die Leiche danach im Kofferraum eines Pkws nach Wien transportiert und das Auto im Bezirk Favoriten abgestellt. Der 26-Jährige zeigte sich geständig, bestritt jedoch bis zuletzt eine Tötungsabsicht. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Angeklagte hatte sein späteres Opfer bereits in der Schulzeit kennengelernt, aber danach den Kontakt zu ihm verloren. Erst im Frühjahr 2012 fanden sich die beiden wieder zufällig auf Facebook und trafen sich regelmäßig. Zu diesem Zeitpunkt führte der gebürtige Wiener aber auch noch eine Beziehung mit einer anderen Frau. "Der Angeklagte hatte zwei Freundinnen parallel, ein Drogenproblem und keine Arbeit", sagte Staatsanwalt Karl Wurzer.

Am Tag der blutigen Tat, dem 15. Oktober, geriet das Paar in Sieghartskirchen in Streit, nachdem der 26-Jährige der jungen Studentin u.a. eröffnet hatte, zu seiner anderen Freundin zurückkehren zu wollen und keinen Job zu haben. Die Frau verließ das Zimmer, bei ihrer Rückkehr griff der Mann zu einer 55 Zentimeter langen Axt und schlug der 21-Jährigen mit der stumpfen Seite gegen die Schläfe.

"Habe sie aber nicht töten wollen"
Den Grund für den Schlag konnte der 26-Jährige nicht nennen: Es hätte keinen gegeben, meinte er vor Gericht. Die 21-Jährige ging röchelnd zu Boden, woraufhin er nochmals zuschlug. "Ich habe sie aber nicht töten wollen", sagte der Angeklagte, "ich wollte nur, dass dieses Geräusch (das Röcheln, Anm.) aufhört."

Die Tote transportierte der Mann dann mit dem Auto nach Wien. Nach dem Verschwinden der 21-Jährigen fiel der Verdacht rasch auf den Wiener, der bei der Einvernahme durch die Polizeibeamten die Tat letzten Endes gestand.

Tod durch Hirnlähmung
Nach Angaben des Gerichtsmediziners starb die Frau einen raschen Tod: Sie erlitt durch die heftigen Schläge mit der Axt ein Schädel-Hirn-Trauma, das zu einer Hirnlähmung führte. Aus psychiatrischer Sicht stand der - psychisch gesunde - Wiener zum Tatzeitpunkt nicht unter Drogeneinfluss und war zurechnungsfähig.

"So eine perfide und grausame Vorgehensweise ist ein Zeichen für Charakterlosigkeit", sagte Staatsanwalt Wurzer. Der Angeklagte sei daher wegen Mordes schuldig zu sprechen. Verteidiger Alexander Heihs plädierte hingegen auf Totschlag: "Wenn man bewusst jemanden töten will, dann schlage ich nicht mit der stumpfen Seite der Axt zu."

"Kaltblütiges und verwerfliches Verhalten nach der Tat"
Der 26-Jährige wurde schließlich wegen Mordes verurteilt. Das besonders "kaltblütige und verwerfliche Verhalten nach der Tat sowie die Brutalität während der Tat" hätten sich erschwerend auf die Strafbemessung ausgewirkt, erklärte der Richter. "Sie sind mit der Leiche noch einmal zum Tatort zurückgefahren und haben nach der Tat Geld vom Bankkonto des Opfers behoben", hob er in seiner Urteilsbegründung hervor. Verteidiger Alexander Heihs nahm für seinen Mandanten Bedenkzeit. Staatsanwalt Karl Wurzer gab keine Erklärung ab.

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