Mi, 18. Oktober 2017

Wegen Reifentests

06.06.2013 11:04

Mercedes und Pirelli müssen vor das FIA-Tribunal

Mercedes und der Reifenhersteller Pirelli müssen sich wegen der Reifentests unter Aufsicht von Pirelli vor dem FIA-Tribunal verantworten. Gegen Ferrari werden keine Ermittlungen aufgenommen, es liege kein Verstoß gegen die geltenden Regeln vor. Erst war Mercedes ins Visier der FIA geraten, später waren auch Ferrari-Testfahrten bekannt geworden - das Reglement untersagt aber Tests mit den aktuellen Autos während der Saison.

Das zwölfköpfige FIA-Verbandsgericht wird über mögliche Sanktionen gegen das Team der "Silberpfeile" entscheiden, das am 15., 16. und 17. Mai auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona mit seinem aktuellen Formel-1-Auto und den Top-Piloten testete. Im Paragraf 22 des sportlichen Reglements sind Testfahrten während der Saison mit Boliden desselben Jahres jedoch strikt verboten. Ferrari absolvierte seine Runden auf dem gleichen Kurs am 23. und 24. April mit einem 2011er-Modell und muss deshalb nach einer Entscheidung von Todt keine Folgen befürchten.

Betont gelassen reagierte man bei Mercedes: "Wir begrüßen die Möglichkeit, die vollständigen Fakten des Pirelli-Tests in einer offenen und transparenten Weise darlegen zu können. Die sportliche Integrität ist für Mercedes-Benz von größter Bedeutung und wir haben großes Vertrauen in das Verfahren der FIA."

Neue Reifen gibt's erst ab Silverstone
Ursprünglich sollten die Reifen, die Mercedes ohne Kenntnis auch getestet hatte, im siebenten WM-Lauf in Kanada zum Einsatz kommen. Doch nach Bekanntwerden der Tests und eines Protests von Red Bull und Ferrari vor dem Großen Preis von Monaco vor eineinhalb Wochen gegen die insgesamt 1.000 Zusatzkilometer von Nico Rosberg und Lewis Hamilton in ihrem Mercedes F1 W04 hatte sich Pirelli entschieden, die überarbeiteten Pneus erst beim achten WM-Rennen in Silverstone einzusetzen.

Vettel mokiert sich über "Kasperletheater"
"Das ist ein bisschen Kasperletheater, ich weiß nicht, wer dafür verantwortlich ist", mokierte sich Dreifach-Weltmeister Sebastian Vettel in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". Der 25-Jährige kommt mit den sensiblen aktuellen "Gummiwalzen" nur schwer zurecht. Er sprach abermals von einem Sicherheitsrisiko, weil sich die aktuellen Reifen praktisch ohne Fremdeinwirkung auflösen würden.

"Dass es jetzt gerade auf einer schnellen Strecke wie Kanada keine neuen Reifen gibt, ist für mich nicht erklärbar", sagte Vettel, der als WM-Führender mit 21 Punkten Vorsprung auf Lotus-Star Kimi Räikkönen nach Montreal reiste. Dritter ist Ferrari-Pilot und Vettel-Dauerrivale Fernando Alonso aus Spanien mit 29 Punkten Rückstand.

Von Freispruch bis Verbannung alles möglich
Über die Höhe und die Art möglicher Sanktionen durch das FIA-Tribunal herrscht indessen Unklarheit. Einen Strafenkatalog gibt es für die Formel 1 nicht. 2007 war beispielsweise McLaren-Mercedes wegen des Spionageskandals zu der Rekordstrafe von 100 Millionen US-Dollar verurteilt worden.

Im vorliegenden Fall ist von Freispruch über Punkteabzug bis Verbannung von Rennen theoretisch alles möglich. Zumindest für Mercedes. Für Pirelli? Wohl letztlich nur eine Geldstrafe, handelt es sich schließlich nicht um ein Team, sondern um den exklusiven Reifenausrüster, der zudem in den Verhandlungen für einen neuen Vertrag steckt. Der aktuelle endet nach dieser Saison.

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