Mi, 22. November 2017

Kostet 2.500 Dollar

04.06.2013 11:07

High-Tech-Kamera an der Brille liest Sehbehinderten vor

Das israelische Start-up OrCam hat ein Gerät entwickelt, das den Alltag Sehbehinderter bedeutend verändern könnte. Die kleine Kamera wird an der Brille befestigt, per Fingerzeig auf den vorzulesenden Text aufmerksam gemacht und liest anschließend den für den Benutzer sonst nicht lesbaren Text vor. Der Ton wird dabei über den Schädelknochen übertragen. In Israel verkauft OrCam die Sehhilfe ab nächster Woche.

OrCams Sehhilfen-Kamera, die einer normalen Brille eine gewisse Ähnlichkeit mit Googles Datenbrille Glass verleiht, ist ein beeindruckendes Stück Technik. Sie erkennt Texte und Zahlen auf Papier ebenso wie auf Bussen, Straßenbahnen oder Plakaten und liest sie dem Träger vor. Tatsächlich soll das Gerät nicht nur Texte vorlesen, sondern auch Objekte und Gesichter auf Basis einer von Nutzer erweiterbaren Datenbank erkennen können.

Wie die US-Zeitung "New York Times" berichtet, verfügt die Lesehilfe auch über ein Erkennungssystem für Handbewegungen. So kann der Benutzer per Fingerzeig bestimmen, welche Texte ihm das Gerät vorliest und welche nicht. Derzeit beherrsche das 2.500-Dollar-Gerät nur Englisch. Kommende Woche soll in Israel der Online-Verkauf über die Website des Unternehmens starten.

Texterkennung im Alltag ist Herausforderung
Eine der größten Herausforderungen bei der Entwicklung der Sehhilfe war die Erkennung der Buchstaben trotz der Schwierigkeiten, die in der Praxis auftreten. "Die heutigen professionellen optischen Lesegeräte funktionieren sehr gut, wenn das Bild gut ist, aber wir haben zusätzliche Herausforderungen. Wir müssen Texte auf flexiblen Oberflächen wie in der Hand gehaltenen Zeitungen lesen", zitiert die Zeitung Amnon Shashua, einen der Macher der Lesehilfe.

Die OrCam-Technologie könnte dem Unternehmen zufolge das Leben von über 340 Millionen Menschen weltweit verändern, die unter Problemen mit ihrer Sehkraft leiden. Tatsächlich leisten können sich das Gerät davon allerdings nur jene rund 52 Millionen Menschen mit höherem Einkommen. Einen Eindruck davon, wie das Leben für Personen mit Sehschwäche dank einer solchen High-Tech-Kamera aussehen könnte, vermittelt das OrCam-Video oben.

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