So, 22. Oktober 2017

"Sind Heimatpartei"

02.06.2013 13:22

Strache: „Noch nie einen Ausländer-Wahlkampf geführt“

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat sich am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" bereits in Wahlkampfstimmung gezeigt. Seine Freiheitlichen bewarb er als "Heimatpartei für alle Leistungsträger". Ausländerfeindlichkeit will sich Strache nicht nachsagen lassen, er habe "noch nie einen Ausländer-Wahlkampf gemacht". Viel Neues hat der FPÖ-Chef jedoch nicht auf der Agenda - so plädierte er weiterhin für ein Euro-Ende, und auch ein EU-Austritt ist für ihn wie immer eine Option.

Schuld an der großen Wirtschaftskrise und den sozialen Unruhen in Europa ist für Strache übrigens nur der Euro. Es brauche Alternativen, und die sind für den FP-Chef etwa eine Rückkehr zum Schilling oder kleinere Währungsverbände zum Beispiel mit Österreich, Deutschland und den Niederlanden.

Die Entscheidung darüber würde Strache übrigens dem Volk überlassen. Neuerlich pochte er darauf, dass bei Volksbegehren, die von vier Prozent unterstützt werden, automatisch eine Volksbefragung die Folge wäre. Überhaupt sieht der FP-Chef die Schweiz als Vorbild - und so kann er sich auch ein Österreich ohne EU vorstellen, wenn sich in der Union keine Reformen in Richtung eines föderalen Europas ergäben.

Strache will von Ausländerfeindlichkeit nichts wissen
Trotz populistischer Töne, die er im Wahlkampf immer wieder anschlägt, will sich Strache keine Ausländerfeindlichkeit nachsagen lassen: "Ich habe noch nie einen Ausländer-Wahlkampf gemacht." Er sei der Vertreter für "anständige Österreicher wie für anständige Menschen, die zugewandert sind". Probleme wie Asylmissbrauch oder radikalen Islamismus müsse man aber ansprechen dürfen, so der FPÖ-Chef.

Dass auf der FP-nahen Website "unzensuriert.at" rassistische und gewaltbegrüßende Postings aufgetaucht sind, sieht Strache nicht in der Verantwortung der Freiheitlichen. Auch andere Medien hätten Problem mit Online-Foren, wenn Poster mit Fakeprofilen "ungeheuerliche Dinge" von sich gäben wie in diesem Fall. Wenn man draufkomme, lösche man solche Einträge, wie dies auch bei "unzensuriert.at" geschehen sei.

"Ich möchte keine rot-schwarze Lebensverlängerung"
Was sein Wahlziel angeht, erklärte Strache, eine Stärke erreichen zu wollen, wo man die FPÖ nicht mehr ausgrenzen könne: "Ich möchte keine rot-schwarze Lebensverlängerung." Immerhin seien SPÖ und ÖVP gescheitert, wie man an Rekordarbeitslosigkeit und 1,3 Millionen Menschen in Armut sehe.

Weiters plädiert Strache für eine Steuerentlastung, mit der den Österreichern wirklich mehr "im Börsel bleibt". Zudem will der FPÖ-Chef, dass den von der Regierung "beraubten" Pensionisten die Teuerung voll abgegolten werde. Nichts hält Strache von der Bankenabgabe, die nach Wunsch der SPÖ verlängert werden sollte, denn die Finanzinstitute würden diese doch nur auf ihre Kunden abwälzen. Die Kärntner Hypo sieht Strache übrigens nicht als FPÖ- sondern als Banken-Skandal, über den im Nationalrat ein U-Ausschuss tagen sollte.

Keine Hochzeit vor der Wahl: "Wenn, in Ruhe danach"
Über private Details gibt sich der FPÖ-Chef weniger zugeknöpft als üblich. Eines wird sich für den FPÖ-Chef bis zur Wahl nicht mehr ausgehen, eine Hochzeit mit seiner Verlobten Andrea Eigner: "Wenn, in Ruhe danach."

SPÖ, ÖVP und BZÖ orten substanzlosen Strache-Auftritt
SPÖ, ÖVP und BZÖ attestierten Strache nach dessen Auftritt Substanzlosigkeit. Für die SPÖ bewies der FPÖ-Chef einmal mehr seine "Regierungsunfähigkeit". Es gebe keine Konzepte, stattdessen würden die Freiheitlichen im Wahlkampf wieder auf "plumpe Anti-EU-Phrasen und Hetzparolen gegen Ausländer" setzen, meinte Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas in einer Aussendung.

VP-Generalsekretär Hannes Rauch meinte, Strache habe es verabsäumt, in einer Stunde Sendezeit auch nur eine einzige inhaltliche Aussage zu treffen. Für Rauch ist klar, dass der FP-Chef bei der Wahl so nicht reüssieren wird können: "Im Rennen zwischen Platz drei und vier ist für Strache alles offen", spottete der Generalsekretär Bezug nehmend auf Straches frühere Ankündigung, mit SPÖ-Chef Werner Faymann in ein Kanzlerduell gehen zu wollen.

Auch für BZÖ-Sprecher Rainer Widmann blieb der FPÖ-Chef jegliche Inhalte schuldig. Widmann meinte, ein derart ahnungs- und ideenloser Parteichef sei mit Sicherheit für eine Regierungsverantwortung ungeeignet.

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