So, 19. November 2017

‚Er würde uns fehlen‘

01.06.2013 12:30

Abschiebung droht: 10-Jähriger bangt um Bleiberecht

Helle Aufregung hat während der vergangenen Tage in der niederösterreichischen Gemeinde Ennsdorf geherrscht: Der zehnjährige Fußballer Ermal Zenuni sollte bereits am Samstag mit seiner Familie nach Mazedonien abgeschoben werden, obwohl sein Vater dort in höchster Lebensgefahr sei. Freunde und Mitschüler kämpften für ein humanitäres Bleiberecht. In letzter Sekunde dann die Entwarnung: Das Büro von Landeshauptmann Erwin Pröll sagte zu, dass bis Schulschluss nichts passieren wird.

"Am 18.Mai kamen zwei Polizisten und drückten mir sechs mehrseitige Bescheide in die Hand, die uns binnen 14 Tagen zwingen, das Land zu verlassen", so der 39-jährige Vater des kleinen Ermal.

Lulzim Zenuni arbeitet im Rasthaus Landzeit in St. Valentin als Abwäscher und wohnt in Ennsdorf im zweiten Stock in einem Haus mit seiner Frau und seinen Kindern. Auch seine Frau soll demnächst einen Job in der Landzeit antreten. Die bestens integrierte Familie fiel daher aus allen Wolken, als sie die negativen Bescheide erhielt.

Trainer: "Ermal würde unserem Team sehr fehlen"
Als der Fußballtrainer des Zehnjährigen von der bevorstehenden Abschiebung erfuhr, setzte er alle Hebel in Bewegung, um die Ausweisung der Familie abzuwenden. "Ermal ist ein junges Fußballtalent, das unserem Team sehr fehlen würde. Die Familie ist bestens integriert, und in Mazedonien wird sein Vater wegen einer Verwechslung mit seinem Bruder bedroht", so Trainer Rainer Grammer.

"Wir möchten, dass Ermal bei uns bleibt"
Auch die Kinder der Volksschule Ennsdorf schritten sofort zur Tat: Binnen eines Tages sammelten sie 700 Unterschriften, die sie Bürgermeister Alfred Buchberger übergaben. Der Wortlaut auf den Zetteln, mit denen die Kinder von Haus zu Haus gegangen sind, ist: "Ja, wir möchten, dass Ermal und seine Schwestern Luiza und Fatjeta Zenuni mit ihren Eltern bei uns bleiben."

Wie es nach dem Schulschluss für die Familie nun tatsächlich weitergehen wird, werden die Behörden entscheiden.

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