Mi, 22. November 2017

Ideen gesammelt

31.05.2013 17:00

Sebastian Kurz auf Besuch in Singapur: Viele neue Ansätze

Was hat Singapur - jener südlich von Thailand gelegene Insel- und Stadtstaat mit fünf Millionen Einwohnern auf einer Fläche kleiner als Wien - mit Österreich gemeinsam? Auf den ersten Blick: Beide sind Einwanderungsländer, jedoch mit sehr unterschiedlichen Zugängen. Sebastian Kurz, Staatssekretär für Integration, hat sich vor Ort ein Bild gemacht - und viele Ansätze für einen anderen rot-weiß-roten Weg mitgebracht.

Im Duden für Synonyme stünde bei Singapur wohl nur ein Wort: Gegensatz. Auf der einen Seite eine fast totalitäre Regierung, die Schüler zu einer Art Höflichkeitsroboter drillt, Drogen unter Todesstrafe und eigenes Denken hinter die Rolle in der Gemeinschaft stellt. Eine Regierung, die im sozialen Wohnbau den Anteil von Chinesen, Malayen und Indern proportional zur Bevölkerung mischt, staatliche Heiratsbörsen betreibt, um die Geburtenrate anzukurbeln, Kranke ihre Krebsoperationen selbst bezahlen lässt und Pensionen ausschüttet, von denen man nicht leben kann. Ausländer - insgesamt ein Drittel - werden blitzartig ausgewiesen, sofern sie einen niedrig qualifizierten Job verlieren.

Auf der anderen Seite aber ein Ministaat, der sich binnen Jahrzehnten vom Armenhaus Südostasiens zur Nummer 1 entwickelt hat: Top-Wirtschaftsstandort, sicherste und sauberste Stadt der Welt, beliebtestes Einwanderungsland trotz strengster Regeln.

"Kampf um die besten Köpfe"
Funktioniert das alles nur um den Preis der Ausbeutung und sozialen Ausgrenzung des Einzelnen? Oder steckt doch mehr dahinter? "Österreich soll und wird nicht Singapur werden", sagt Staatssekretär Kurz als Resümee seiner zweitägigen Blitzvisite. Aber: "Da gibt es auch viel, was sich in Ansätzen übernehmen lässt." Gemeint ist damit vor allem der Kampf um die besten Köpfe, dass "wir nicht warten, wer daherkommt, sondern gezielt im Ausland nach den Hochqualifizierten fischen, von denen wir im eigenen Land zu wenig haben".

Zuwanderung auf Zeit und keine Wohngettos
Für Kurz auch vorstellbar: Gezielt gelenkte Zuwanderung auf Zeit. Jetzt schon bleibe die Hälfte aller Zuwanderer - zum Beispiel Deutsche in der Gastronomie oder Pflegekräfte aus dem Osten - kürzer als fünf Jahre bei uns.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Unis. "Gelten auch in der EU andere Regeln als in Singapur, so können wir doch nicht Ausländer hier gratis ausbilden und sie dann einfach ziehen lassen," so Kurz.

Und natürlich das Thema Integration: Sei es in Sachen Religion - in Singapur leben zehn Konfessionen konfliktfrei miteinander - oder in Sachen Wohngettos: "In Wien gibt es Gegenden, wo Migranten im sozialen Wohnbau gezielt und andere, wo sie gar nicht angesiedelt werden."

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