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31.05.2013 10:20

Loewe sucht sein Heil bei Investoren aus Fernost

Der krisengeschüttelte deutsche Fernseher-Hersteller Loewe buhlt in seiner Not um Investoren aus dem Fernen Osten. Es liefen Gespräche mit mehreren strategischen Interessenten aus Asien sowie Finanzinvestoren, hieß es aus Branchenkreisen. Loewe arbeitet im Zuge dessen an einer Kapitalerhöhung, für die bis zu 6,5 Millionen neue Aktien ausgegeben werden sollen, wie ein Eingeweihter sagte. Das entspricht knapp der Hälfte des ausstehenden Kapitals.

Sollte ein Einzelinvestor zugreifen, bekäme er somit rund ein Drittel an dem Traditionsunternehmen. Beim aktuellen Aktienkurs müsste er dafür gut 16 Millionen Euro aufbringen. Loewe wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Offen ist auch, wie der japanische Großinvestor Sharp zu den Plänen aus der Loewe-Zentrale im deutschen Kronach steht. Der selbst schwer gebeutelte Fernseherhersteller besitzt knapp 30 Prozent am größten deutschen Branchenvertreter.

Loewe braucht Hilfe, um Überseemärkte zu erobern
Loewe benötigt dringend frisches Geld, die Hälfte des Grundkapitals ist in diesen Tagen aufgezehrt. Die Banken haben dem Unternehmen eine Schonfrist von einem Jahr gewährt. Mit einer neuen Kooperation hoffe Loewe auf eine gemeinsame Entwicklung neuer Technologien und auf Schützenhilfe bei der Eroberung von Überseemärkten, vor allem in China, um seinen schwindenden Umsatz wieder anzukurbeln, hieß es.

Im Gegenzug biete der Traditionshersteller seine 90 Jahre alte Marke, eine Produktion mit dem Siegel "Made in Germany" und wolle sein Händlernetz für den asiatischen Partner öffnen. Für Hilfe bei der Investorensuche sei die kleine Investmentbank Equinet angeheuert worden.

Günstige Konkurrenz aus Korea macht es Loewe schwer
Loewe leidet seit Jahren unter Verlusten und sinkendem Umsatz. Vor allem koreanische Konkurrenten wie Samsung oder LG setzen der Firma zu. Die Modelle aus Asien kosten oft nur einen Bruchteil der Loewe-Geräte, die häufig mit mehr als 2.000 Euro zu Buche schlagen. Schwarze Zahlen sind auch in diesem Jahr nicht in Sicht.

Die Kronacher reagierten zuletzt mit einem Sparkurs und bauten fast ein Fünftel ihrer Belegschaft am Stammwerk ab, der Rest der Belegschaft muss auf Gehalt verzichten. Zudem beschränkt sich Loewe bisher auf Europa und den Nahen Osten als Absatzmarkt. Ein Einstieg in den Vertrieb in China ist bisher nicht gelungen.

Apple-Einstieg war wohl nur ein Gerücht
Die lang ersehnte Kooperation mit Sharp kam über ein Anfangsstadium nicht hinaus. Nach der anfänglichen Begeisterung der Europäer für Flachbildschirme verließ Loewe das Glück. Konnte das Unternehmen zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland noch vom Erneuerungsboom in den Wohnzimmern profitieren, gingen die folgenden Sportspektakel an den Auftragsbüchern des Fernsehpioniers weitgehend vorbei. Zu groß war der Preisdruck der Rivalen. Nach dem Abgang Rainer Heckers wechselten die Vorstandschefs häufig. Gerüchte über einen Einstieg des amerikanischen IT-Giganten Apple bewahrheiteten sich nie.

Immer weniger europäische TV-Hersteller
Gegenwärtig versucht Loewe mit teurer Fernsehwerbung, seine Absatzflaute zu stoppen. Manche Experten werten die Offensive als letztes Aufbäumen. Sollte eine Rettung des Erfinders des elektronischen Fernsehens mit Hilfe aus dem Ausland misslingen, zerschellt einer der letzten drei deutschen Anbieter.

Zu Zeiten Max Grundigs dominierten deutsche TV-Hersteller den Weltmarkt, mehr als 30 Unternehmen bauten in der Bundesrepublik Fernseher. Nach dem Abschied Philips' aus der Unterhaltungselektronik bieten derzeit neben Loewe aus Europa nur noch Metz, TechniSat und die dänische Bang&Olufsen TV-Geräte an.

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