Sa, 18. November 2017

Leine als Nachteil

27.05.2013 09:27

Tiergestützte Therapie aus Sicht des Hundes

Wie ergeht es Hunden im Dienst der menschlichen Gesundheit? Wiener und niederösterreichischen Forschern zufolge sind angeleinte Hunde in tiergestützter Therapie mit psychiatrischen Patienten weniger entspannt als jene, die sich während ihrem Einsatz frei bewegen können.

Die Anwesenheit von Hunden wirkt wissenschaftlich erwiesen positiv auf die Gesundheit des Menschen. Diesen Effekt macht man sich in der tiergestützten Therapie zunutze. "Um in einer Therapie eingesetzt zu werden, müssen Hunde zuvor sorgfältig nach ihrem Temperament ausgewählt und speziell trainiert werden", sagt Dr. Lisa Maria Glenk. Die Wissenschaftlerin hat ihre Doktorarbeit dem Wohl der Tiere gewidmet.

Wie der Job auf Therapiehunde wirkt
"Wie sich der therapeutische Einsatz auf die Hunde auswirkt, ist bisweilen weitgehend ungeklärt", erläutert Glenk. Resultierend daraus ging eine interdisziplinäre Studie an der Veterinärmedizinischen Universität Wien und dem Karl Landsteiner-Institut für Neurochemie, Neuropharmakologie, Neurorehabilitation und Schmerztherapie hervor. Die Forscher aus Wien und Niederösterreich untersuchten Therapiehunde während ihrer Arbeit im therapeutischen Setting.

Angeleinte Hunde im Nachteil
Für die 21 Therapiehunde war es entscheidend, den Kontakt zu Patienten während einer Therapieeinheit selbst regulieren zu können. Wurden sie während der Arbeit an der Leine geführt, spiegelte sich das in ihren Stressreaktionen wieder. Hunde, die ohne Leine agierten, hatten niedrigere Kortisolwerte - ein Hinweis, dass sie entspannter waren. Bei Kontrollmessungen vor der Therapie oder an "arbeitsfreien" Tagen gab es keine Unterschiede.

Tiergestützte Therapie ist als Forschungsdisziplin vergleichsweise jung, obwohl sie schon lange praktiziert wird. "Um unsere Erkenntnisse optimal für die Praxis nutzbar zu machen, sind weitere Untersuchungen in unterschiedlichen therapeutischen Umgebungen geplant", resümiert Glenk. Die vorliegenden Ergebnisse sollen in Kürze veröffentlicht werden.

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