Sa, 18. November 2017

Über „London-Killer“

24.05.2013 17:12

Lehrmeister: „Er war so tapfer, ich bewundere ihn“

Der in Syrien geborene islamistische Geistliche Omar Bakri, der einen der "London-Killer" gelehrt hatte, hat am Freitag dessen brutale Gewalttat, bei der ein Soldat auf offener Straße zerstückelt wurde, gelobt. In einem Interview sprach der radikale Geistliche Michael Abebolajo seine Bewunderung aus, würdigte seine Courage und ergänzte, Moslems würden die Tat als Schlag gegen ein militärisches Ziel sehen.

"Als ich sein Gesicht im Fernsehen gesehen habe, wusste ich sofort, wer er ist", erzählte der islamistische Prediger Omar Bakri. Der einstige Anführer und Gründer der verbotenen islamistischen Gruppierung Al-Muhajiroun, der seit seiner Ausweisung aus Großbritannien im Jahr 2005 im Libanon lebt, kennt den Attentäter noch von früher. "Er war ein ruhiger Mann, sehr schüchtern und er hatte immer viele Fragen zum Islam. Ich war überrascht, dass er entschieden hat, am helllichten Tag mitten auf der Straße auf einen britischen Soldaten loszugehen. Es ist unglaublich."

Voller Bewunderung ergänzte der islamistische Geistliche: "Ehrlich gesagt war ich wirklich erstaunt – er war so standhaft, couragiert und tapfer. Er ist nicht davongelaufen, stattdessen stand er da und erklärte, warum er so gehandelt hat und wollte, dass es die ganze Welt hört."

"Moslems auf der ganzen Welt sind stolz auf ihn"
Die Al-Muhajiroun-Gruppierung habe allerdings nichts mit der Attacke zu tun gehabt, erklärte Bakri, der nach wie vor mit seinen Schülern in Großbritannien in Verbindung steht. Anjem Choudary, Bakris Nachfolger im Königreich, ergänzte, dass Abebolajo zuletzt vor zwei Jahren bei einer Gruppenveranstaltung gesehen wurde. Für Bakri ist jedenfalls klar, dass Abebolajo nur getan hat, wozu er bestimmt war: "Gott hat ihn bestimmt, diese Attacke auszuführen, und Gott hat bestimmt, dass dieser Soldat sterben muss – und zwar für die Sache, an die er geglaubt hat."

Viele Menschen würden nicht gutheißen, was Abebolajo getan habe, doch Moslems im Libanon seien glücklich und stolz auf ihn, erzählte Bakri. Sie sähen in dem "London-Killer" einen Freiheitskämpfer.

Zum Islam konvertiert, nennt sich nun "Gotteskämpfer"
Der 28-jährige Abebolajo ist der Sohn einer nigerianischen Einwandererfamilie. Im Jahr 2003 dürfte er vom Christentum zum Islam konvertiert sein und hat dabei den Namen "Mujahid" (Gotteskämpfer) angenommen. Wie am Freitag bekannt wurde, war Abebolajo bereits seit acht Jahren amtsbekannt, doch die von ihm ausgehende Gefahr wurde vom britischen Inlandsgeheimdienst offenbar unterschätzt (siehe Infobox). Der zweite Mann, Michael Adebowale, der bei der blutigen Attacke dabei war, hat ebenfalls nigerianische Wurzeln und ist eingebürgerter Brite.

Die beiden Männer liegen derzeit im Krankenhaus, da sie nach ihrer Attacke von der Polizei niedergeschossen wurden. Sie hatten am Mittwoch vor einer Kaserne im Londoner Stadtteil Woolwich ein regelrechtes Massaker angerichtet. Mit mehreren Waffen, unter anderem einer Machete, zerstückelten sie den 25-jährigen Soldaten und Familienvater Lee Rigby. Anschließend präsentierte sich Abebolajo stolz den schockierten Augenzeugen und rief islamistische Parolen in einige der mitlaufenden Handy-Videokameras (siehe Infobox).

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