Mi, 22. November 2017

Stronach vs. ÖGB

23.05.2013 15:15

‚Keine Gewerkschaft kann Arbeitsplätze garantieren‘

Dass er 1,2 Millionen Gewerkschaftsmitglieder verärgern könnte, nimmt der Milliardär in Kauf: Frank Stronach geht jetzt auf den ÖGB los – das System müsse sich ändern. Robert Lugar (Bild 2), sein Klubobmann, wird konkreter: "Wir brauchen die Gewerkschaften nicht, sie blockieren doch alles. Das ist längst nicht mehr zeitgemäß."

Nur wenige Tage vor seiner Rückkehr aus Kanada startet Stronach mit einer Attacke gegen Österreichs Gewerkschaften in den Nationalratswahlkampf: "Keine Regierung, keine Gewerkschaft kann Arbeitsplätze garantieren. Die beste Garantie für Arbeitsplätze ist, wenn Management und Mitarbeiter gut zusammenarbeiten."

Ob das nun so zu verstehen sei, dass der neue Parteichef alle Gewerkschaften auflösen möchte, fragte die "Krone" bei Team-Stronach-Klubchef Lugar nach. "Frank sieht das so: Die Gewerkschaften brauchen wir nicht – er sorgte ja als Unternehmer immer selbst gut für seine Mitarbeiter. Aber wir wissen auch: Österreichs Gewerkschaften wären gar nicht aufzulösen, sie sind private Vereine", erklärt der.

Lugar: "Die Gewerkschafter sind destruktiv"
Und Lugar setzt nach: "Die Gewerkschafter sind destruktiv, sie blockieren alles, sie sorgen für politischen Stillstand – wie man das jetzt auch wieder sehr gut bei der Lehrergewerkschaft sieht. Eigentlich reichen die Sozialpartner. Die Gewerkschafter muss man jetzt nicht verbieten, aber zurückstutzen."

Speziell mit dem Veto zur Sonntagsöffnung hätte die Gewerkschaft eben 700 neue Jobs vernichtet, wirft Lugar dem ÖGB vor: "Die Handelskette dayli wollte neue Arbeitsplätze schaffen, das wurde aber verhindert."

Und auch Stronach selbst lässt kaum Zweifel offen, dass er die Gewerkschaften eigentlich am liebsten in die Geschichtsbücher schicken will – so betont er: "Ich habe nie bestritten, dass die alten Gewerkschaften vor allem im Zeitalter der Industrialisierung eine sehr wichtige Rolle gespielt haben."

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