So, 17. Dezember 2017

Wirbel in Salzburg

22.05.2013 08:57

Tierheim-Kritiker dürfen nicht mit Hunden spazieren

Zwei langjährige Besucher ärgern sich über das Salzburger Tierheim: Beide Männer bekamen jetzt ein Spaziergeh-Verbot auferlegt, sie bekommen keine Vierbeiner mehr mit. Während die beiden offen die Zustände im Verein und im Heim kritisieren, wehrt sich der Vorstand heftig: "Es gibt bei uns keine Probleme!"

Seit Jahren ist Wolfgang Haider regelmäßiger Gast im Tierheim. Ihm tun die Hunde leid, da sie seinen Angaben nach nur selten rauskommen. Außerdem hat er Zeit, also geht er mit den Vierbeinern eine Runde spazieren. Vor der großen Krise im Tierheim vor zweieinhalb Jahren durfte er sogar als Hausmeister diverse Arbeiten im Heim verrichten. Damit war aber, nachdem es auch er gewagt hatte, Kritik zu üben, Schluss.

Tierheim sprach "Spazierverbote" aus
Trotzdem ließ sich Haider nicht davon abhalten, weiter mit den Hunden Gassi zu gehen. Bis vor wenigen Tagen. Denn da teilte ihm Vorständin Gerda Ziesel mit, dass er Spaziergeh-Verbot habe. "Ich soll den Vorstand beschimpft haben, deswegen die ganze Farce. Das habe ich natürlich nicht", sagt Haider. Und auch Rupert Ehrenleitner wurde zur Persona non grata erklärt. "Ich habe einem Hund den viel zu kleinen Maulkorb beim Spazierengehen abgenommen. Deswegen bekomme ich jetzt keinen Vierbeiner mehr", sagt Ehrenleitner.

Kritik: Mitarbeiter "wurden rausgemobbt"
Beide Männer kritisieren die derzeitige Führung heftig: "Es sind nur mehr zwei Pflegerinnen da. 16 Betreuerinnen wurden in den vergangenen zweieinhalb Jahren rausgemobbt oder entlassen. Selbst die letzte Tierheimleiterin musste ihren Hut nehmen", behaupten die zwei. Zudem gebe es wieder Beschwerden bei der Vergabe von Hunden. Tierschutzvereins-Präsident Dr. Eckehart Ziesel beschwichtigt: "Wir werden ständig vom Amt für öffentliche Ordnung überprüft. Es gibt keine Probleme."

Tierheimvorstand wehrt sich
Gerda Ziesel, die dem Tierheim vorsteht, wehrt sich gegen sämtliche Vorwürfe. Man arbeite gut und habe heuer schon 17 Hunde vergeben. Tatsächlich gebe es derzeit nur zwei Pfleger, doch: "Schon am Mittwoch kommen zwei neue Damen." Immer wieder hagelt es für das Tierheim auch Kritik an der Praxis der Hundevergabe, es soll schwer sein, einen Vierbeiner zu erhalten. Dazu Ziesel: "Blödsinn, es dauert nur etwas, weil wir jeden Platz mehrfach besichtigen."

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