Do, 23. November 2017

Traumstrände

18.05.2013 17:00

Lefkas: Zu Besuch auf der weißen Perle Griechenlands

Nur etwas mehr als halb so groß wie Wien, liegt die Insel Lefkas im Ionischen Meer. Traumstrände und ein ganz besonderes Flair wurden von Touristen bisher noch viel zu wenig beachtet. Es riecht nach Griechenland! So einfach – und doch so treffend – beschrieb die charmant-blonde Natalie von unserem Reiseveranstalter, was ihr an den Ionischen Inseln so gefällt.

Genau ging es um die Insel Lefkas, die wegen ihrer hellen Kalkklippen als "weiße Perle" bezeichnet wird. Das Eiland ist nur 293 km2 groß und – wohl weltweit einzigartig – vom nahen Festland aus nur mit einer Fähre zu erreichen, die nie fährt: Diese liegt fest verankert zwischen Epiros und Lefkas, fungiert als Brücke und wird nur gedreht, wenn zu festgelegten Zeiten Schiffe passieren dürfen.

Lefkas bietet keinen Massentourismus
Wir überqueren sie auf der Fahrt vom Flughafen in Preveza zu unserem ersten Ziel, Ligia an der Ostküste. Da es auf Lefkas keine Luxushotels oder All-inclusive-Ressorts gibt, ist diese Insel touristisch nicht überlaufen. Die 50.000 Hotel- und 20.000 Privatpensionsbetten finden sich großteils in eher einfach ausgestatteten, inseltypischen Bungalowanlagen.

Die Gastfreundschaft und Herzlichkeit der 13.000 Inselbewohner entschädigt Besucher rasch. "Außerdem wollen Touristen hier ja nicht ihren Urlaub im Hotel verbringen, sondern die Insel erkunden oder das Strandleben genießen", erklärt unsere Reisebetreuerin Kathrin-Marie.

Lefkas hat mit die schönsten Strände Europas
Und an herrlichen Badestränden mangelt es auf Lefkas, dessen höchste Erhebung der 1.158 Meter hohe Stavrotas in der Inselmitte ist, wahrlich nicht: 33 Traumstrände sind rund um die Insel verteilt, die schönsten entlang der Westküste.

Auch wenn nicht alle einfach zu erreichen sind, wie etwa Egremni, dessen türkisblaues Meer an die Karibik erinnert und zu den schönsten Stränden Europas zählt. Zum Sandstrand führen eine Serpentinenstraße und dann noch 350 steile Steinstufen – die man nach dem Badevergnügen aber auch wieder hinaufsteigen muss.

Das Eiland als Schauplatz griechischer Sagen
Lefkas ist aber keine reine Badeinsel, sondern hat auch viel Sehenswertes und Mystisches zu bieten. So soll im Süden, in der Bucht von Sykola, Odysseus nach seiner zehnjährigen Irrfahrt wieder ans Ufer seines Reiches Ithaka gespült worden sein. Dort in der Nähe soll auch die Schweinehöhle sein, in der er sich versteckte.

Ob es sich bei Lefkas allerdings tatsächlich um das legendäre Ithaka aus der griechischen Mythologie handelt, konnten Archäologen trotz vieler Grabungen bisher nicht untermauern. Aber lassen wir der Fantasie da halt einfach freien Lauf.

Insel wurde schon dreimal von der Türkei erobert
Geschichtlich belegt ist hingegen, dass Lefkas schon in prähistorischer Zeit besiedelt und zwischen dem 15. und 18. Jahrhundert dreimal von Türken erobert war. 1864 wurde Lefkas mit dem Königreich Griechenland vereinigt, leidet heute unter dem Sparpaket: "Aber nicht so wie auf dem Festland – hier halten alle zusammen, helfen sich gegenseitig so gut es geht", klärt uns unsere Reiseführerin Elena, die – zweisprachig aufgewachsen – akzentfreies Deutsch spricht, auf.

Die Lebensfreude lassen sich die Inselbewohner auch in wirtschaftlich schweren Zeiten nicht nehmen, sie übertragen ihre Herzlichkeit auf die Touristen, für die im Vorjahr fast alle Hotelanlagen und Gastrobetriebe renoviert wurden, ohne die ursprüngliche Natürlichkeit ganz aufzugeben.

Viele kleine Städtchen mit Tavernen und Restaurants
Aber auch beim Bummeln durch die kleinen Städte und Orte, bei einer Rast in einer der vielen Tavernen oder beim Speisen in den Restaurants spürt man die Gastfreundschaft. Das bewog viele Mitteleuropäer, hier ein neues Leben zu starten.

Wie den Wanderführer Helmut, einst Versicherungsmakler mit Wohnsitz in München beim Starhemberger See, der nun Touristen durch die dicht bewaldete Hügellandschaft auf alten Pfaden zu den schönsten Aussichtspunkten bringt.

Wer es weniger mit Badestrand und Wanderungen hat, kann kulturelle Ziele ansteuern, wie das Kloster Faneromeni nahe der an der Nordküste gelegenen Hauptstadt Lefkada Town. Sportliche können schnorcheln, segeln, kite- und windsurfen und viel mehr.

Von der Hauptstadt ist es nicht weit aufs Festland
Von Lefkada Town aus ist es nur eine kurze Fahrt über die Fährbrücke aufs Festland Epiros, wo man dann in einem 1.200 Meter langen Tunnel dreißig Meter unter dem Meeresgrund den Ausgang des Ambrakischen Golfs queren kann.

Uns führte die Reise weiter Richtung Norden – wie auf Lefkas vorbei an ausgedehnten Olivenhainen – bis nach Parga. Dort ist ein Besuch des neu geschaffenen Oliven-Museums fast ein Muss, erfährt man doch Interessantes aus dem Beginn der Olivenöl-Produktion bis in die Gegenwart.

Der Fährmann kriegt heute Tabak und Süßigkeiten
Und ebenfalls so etwas wie ein Muss ist dort eine Bootsfahrt auf dem Acheron, der griechischen Sage nach der Fluss in die Unterwelt des Hades. Noch heute gibt man in der Region übrigens Verstorbenen Fuhrlohn für den Fährmann mit – statt Münzen jedoch Tabakwaren oder Süßigkeiten.

Wenn man dann in einer der Tavernen das mit vielen Gewürzen verfeinerte Abendessen aus Gemüse, Fleisch, Meeresfrüchten, Oliven und Feta mit einem Glas Ouzo ausklingen lässt, dann spürt man wieder den Duft von salziger Meeresluft, exotischen Blüten und Kräutern: "Es riecht nach Griechenland!"

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